Heckschublade: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Das Tiefladersystem ist im Bereich der T5-Wiki dokumentiert:''' '''[http://t5-wiki.de/wiki/Heckauszug Heckauszug - Tieflader]'''
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Die Schublade wurde in vorliegenden Fall aus Holz hergestellt.
 
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Aktuelle Version vom 14. Februar 2015, 09:33 Uhr

Vorstellung[Bearbeiten]

Der Einbau einer Heckschublade bietet sich insbesondere als Ergänzung zur Multivan-Ausstattung an. Dadurch wird der verfügbare Laderaum unter der Ablage und unter der Sitzfläche der Rückbank erheblich leichter zugänglich und damit auch sinnvoll nutzbar.

Heckschublade
Heckschublade
Heckschublade
Heckschublade


Bedingt durch die - bei der Multivanausstattung - bereits vorhandenen Bodenfixierungen des Ablagegestelles, kann die Heckschublade ohne konkrete Fahrzeugveränderung eingebaut und bei Bedarf auch spurlos wieder rückgebaut werden.

Auszug 650mm, mit Halter, Version 1
Auszug 650mm, mit Halter, Version 1
Auszug 700mm, mit Halter, Version 2

Bauelemente:[Bearbeiten]

  • Auszug (Schwerlastauszug - 90kg - teilbar - 650mm, auch 700mm möglich)
  • Halter (4 Stück, Eigenbau)
  • Schublade (Holzkiste, Eigenbau)

Auszug[Bearbeiten]

Bei den verwendeten Auszügen ist auf die Teilbarkeit zu achten. Diese Funktion erleichtert den späteren Ein- und Ausbau der Heckschublade erheblich. Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung waren teilbare Schwerlastauszüge bis 90kg verfügbar. Je nach Hersteller der Auszüge variiert das Lochbild der Auszugschienen. Die Halter sind passend dem Lochbild herzustellen, deshalb sollte man zwingend zuerst die Auszüge beschaffen und erst im zweiten Schritt die Halter herstellen. Der Auszug ermöglicht einen Hub von 650mm, 700mm wären besser.

Halter, Version 1[Bearbeiten]

Als Grundmaterial für die Halterherstellung bieten sich Winkel an, die in jedem Baumarkt verfügbar sind. Entsprechend der gewünschten Ladekapazität sollte die Materialstärke beachtet werden. Die Schublade selbst wiegt, je nach der Holz-Materialauswahl, ca. 15-20kg. Die mögliche Zuladung von 70-80kg wird bei dem verfügbaren Schubladenvolumen durchaus (zwischendurch) erreicht. Deshalb sollten die Halter in ihrer statischen Lastaufnahmefähigkeit nicht zu knapp dimensioniert werden. Die im Bild dargestellten Halter sind die Prototypen der zweiten Generation. Die massive Variante.

Halter, hinten
Halter, hinten
Halter, vorn
Halter, vorn

4mm Materialstärke, der Halter vorn wurde nochmals um 4mm verstärkt. Die erste Halter-Generation mit 2,5mm Materialstärke zeigte bei Belastung einige Schwächen. Man sollte nicht vergessen, die Halter werden unter regulären Betriebsbedingungen erheblich dynamisch belastet. Aus diesen Gründen sollte die Materialstärke der Halter 3-4mm betragen.

Die Breite der Halter beträgt 35mm. Insbesondere der Halter vorn dürfte noch etwas breiter dimensioniert werden. Die Bohrung der Bodenfixierungssschraube sollte seitlich etwas mehr Material zur Verfügung haben.

Die Schenkellänge beträgt 80mm. Die 80mm sind bedingt durch das Auszugsformat. Der Auszug ist ca. 50mm "hoch". Im Bild sichtbar: Zwischen Unterkante Auszug und Fahrzeugboden ergibt sich eine lichte Weite von ca. 30mm.


Halter, vorn[Bearbeiten]

Der Halter, vorn ist relativ einfach herstellbar. Eigentlich sind, entsprechend dem Lochbild des Auszuges und der Fixierung am Fahrzeugboden zwei Bohrungen in den Winkel einzubringen. Bei der Verwendung von 80x80mm Schenkellänge muß der Schenkel am Boden geringfügig gekürzt werden. Eindeutige Massangaben sind nicht möglich, da die realen Maße von der Auszugsvariante und der Auswahl des Halters, hinten abhängig sind.

Halter, hinten[Bearbeiten]

Die konstruktive Gestaltung des Halters, hinten stellt die Grundlage für die gesamten Konstruktion dar.

Halter, hinten - Kritischer Punkt

In diesem Fall wurde der Halter unter dem Gesichtspunkt der maximal nutzbaren Schubladenbreite konstruiert. Die Auszugsinnenfläche wurde 1cm innerhalb der begrenzenden Störkante des Rückbankrahmens positioniert (roter Pfeil). Die Schublade hat somit links und rechts 1cm Luftspalt zum Rahmengestell. Dadurch wird eine Schubladenbreite von 100cm (Außenmaß) erreicht. Zwingend ergibt sich die Halterkonstruktion in der im Bild vorliegenden Form. Wird der Halter um 180° gedreht, reduziert sich die Schubladenbreite, der Halter ist aber leichter herzustellen (Bau-Variante ähnlich dem Halter, vorn). Je nach Ausführung beträgt die Schubladenbreite dann um die 95cm.


Halter, Version 2[Bearbeiten]

Halter, Version 2, Blick von der Stoßstange, Anschraubpunkt vorne
Halter, Version 2, Blick von oben
Halter, Version 2, Blick auf den Anschraubpunkt hinten
Halter, Version 2, Gesamtansicht, mit Schubladenmontagehilfe

Für die neuen 700mm Auszüge hat sich, ausgehend von dem ursprünglichen Halter, hinten, eine neue Halterversion angeboten. Genutzt werden lediglich zwei Halbzeuge:

  • Vierkantrohr 40x20x1,5
  • Flachstahl 25x5

Das durchgehende Vierkantrohr als Auszugsträger steht auf drei Füßen, ebenfalls aus dem gleichen Halbzeug. Als Verschraubungslaschen werden vorn und hinten die Flachstahlteile entsprechend den Fotos angeschweißt.
Drei Vorteile gegenüber den getrennten Haltern:

  • Deutliche Stabilitätssteigerung
  • Einfachere Herstellung und bessere Lagerung der Auszugsschienen
  • Kostengünstiger, da nur zwei Halbzeuge als Grundmaterialien



Die Schubladenabmessungen bleiben gleich.


Schublade oder Tiefladersystem[Bearbeiten]


In diesem Artikel wird die Schublade aus Holz beschrieben, allerdings kann auch ein Tiefladersystem aus Alu-Profilen + Aluwinkeln eingebaut werden.
Das Tiefladersystem ist im Bereich der T5-Wiki dokumentiert: Heckauszug - Tieflader


Die Schublade wurde in vorliegenden Fall aus Holz hergestellt.


Heckschublade, komplett
Heckschublade, Detail, innen
Heckschublade, Detail, außen


Bedingt durch die konstruktive Gestaltung des Halters, hinten ergibt sich die Gesamtbreite der Schublade.
Durch die Maximierung der Gesamtbreite und die Maximierung der Gesamtlänge ergibt sich die Form der Schublade, die in den Bildern oben dargestellt ist.

Im Bereich unter der Rückbank beeinflussen die beiden Rollen die konstruktive Gestaltung der Schublade. Entsprechend der Breite und Länge sind die passenden Ausspaarungen einzuarbeiten.

Heckschublade, Ausspaarung für die Rolle

Im Prototypenbau musste der Bereich noch etwas nachgearbeitet werden, deshalb war die extreme Masshaltigkeit beim Zusammenbau der Schublade in diesem Bereich im ersten Schritt nicht so wichtig.

Durch diese Maßnahme wird eine Gesamtlänge von 110cm (Außenmaß) erreicht. Diese Länge ergibt sich durch zwei funktionale Einschränkungen: Die Heckklappe sollte sich schließen lassen und die Verriegelung der Rückbank sollte sich bei komplett eingefahrener Heckschublade noch öffnen lassen.

Verriegelung noch zu öffnen
Heckklappe noch zu schließen

Somit muß die Heckschublade ca. 3cm Abstand zum Rückbankrahmen haben, darf den Rahmen nicht kontaktieren. Und die Schublade sollte mindestens 1-2 cm Abstand zur Heckklappe haben. Das Bild zeigt das Maß bei Kontakt Schublade-Heckklappe.

Somit ist eine Heckschublade mit der Grundfläche von 100x110cm (Außenmaß) realisierbar.

Bedingt durch die Höhe der Ablage und die Höhe der Rückbank teilt sich die Schublade in zwei Zonen: Ablagezone und Rückbankzone.

Ablagezone[Bearbeiten]

Um ein saubere kontaktlose Bewegung der Schublade gewährleisten zu können, wurde konstruktiv die 1cm-Störkanten-Abstand-Variante konsequent weitergeführt.

Heckschublade, 1cm Unterkante
Heckschublade, 1cm Oberkante
Heckschublade, Abschlußkante zur Rückbankzone

Die Schublade wurde entsprechend dem schwarzen Abschlußbereich mit 1-1,5cm Luftspalt positioniert.
Ebenfalls 1cm Luftspalt zur Ablage oben ist eingehalten.
Dadurch ergibt sich eine Höhe der Ablagezone von 27cm (Außenmaß).
Im ersten Schritt sollte die Tiefe der Bordwand der Ablagezone ebenfalls maximiert werden (roter Pfeil). Aus dem Blickwinkel der Funktionalität der Schublade problemlos machbar.
Allerdings: Wird die Rückbank in die Liegefunktion geklappt und durch schlafende Personen belastet, könnte die Rückseite der Rückbank leichten Kontakt mit der Schubladenbordwand aufnehmen und somit beschädigt werden. Deshalb wäre es ratsam, die Bordwand der Ablagezone nur bis in den Bereich der Abschlußkante Ablage zu führen (gelber Pfeil). Somit wäre die Tiefe der Ablagenzonenbordwand auf ca. 65cm begrenzt.
Bei der vorliegenden Schublade ist ein nutzbares Volumen der Ablagezone von 96x63x25cm erreicht worden.

Rückbankzone[Bearbeiten]

Die Einbauposition der Schublade bedingt auch die Grundmaße der Rückbankzone.
Die restlich Tiefe kann nun genützt werden, lediglich die Bordwandhöhe muß beachtet werden.

Heckschublade, Störkante Rahmen

Je breiter die Schublade wird, umso kritischer beeinflußt diese Rundung des Rahmens die mögliche Bordwandhöhe. Bei einem Außenmaß vom 100cm und der beschriebenen Positionierung der Schublade im verfügbaren Raum wird eine Bordwandhöhe von 18cm (Außenmaß) grenzwertig realisierbar.
Lediglich durch eine Phase von 10x10mm bewegt sich die Schublade kontaktlos am Rahmen vorbei.
Empfohlen wäre in diesem Fall eine Rückbankzonenbordwandhöhe von max. 17cm (Außenmaß).
Bei der vorliegenden Schublade ist ein nutzbares Volumen der Rückbankzone von 96x44x16cm erreicht worden.

Heckschublade - Konstruktionszeichung[Bearbeiten]

Entsprechend den verfügbaren Raumbedingungen ergibt sind eine auf maxmiale Raumausnutzung optimierte Schublade mit folgenden Abmessungen:

Heckschublade, Maximalabmessungen

Verriegelung[Bearbeiten]

Die Heckschublade im beladenen Zustand zeigt im dynamischen Fahrbetrieb eine nicht unerhebliche Massenträgheit.
Deshalb sollte eine formschlüssige Fixierung der Schublade in einer eindeutig definierten Position im Fahrbetrieb obligatorisch sein. Die Auszugskonstruktion bietet oft, nicht immer, folgende Variante an:


Heckschublade, Verriegelung mit Stift und Griff

Ein einfacher Griff mit einem Stift bzw. Gewindestange M4 oder M5 auf beiden Seiten verstiftet die Schublade im Auszug. Auf beiden Seiten fixieren.

Die MV II Einbau-Problematik[Bearbeiten]

Durch das im MV II verbaute Schienensystem "steigt" der Fahrzeugboden im Bereich der Rückbankrollen leicht an. Genau diesen Bereich des ansteigenden Fahrzeugbodens erreicht die Heckschublade im voll eingeschobenen Zustand. Dieser Punkt ist bei der Montage zu beachten. Wird die Schublade zu knapp über dem Bodenniveau im Ablagebereich positioniert, nimmt sie im Einschubendpunkt Kontakt mit dem Bodenbelag auf.

Heckschublade, kontaktiert (fast) das steigende Bodenniveau
Heckschublade, freier Bereich, hinteres Bodenniveau


Mögliche Nutzung[Bearbeiten]

Neben der täglichen Einkaufssituation stellt sich die Frage nach der grenzwertigen Nutzungsmöglichkeit. Die Heckschublade wurde auf maximales Ladevolumen unter der Berücksichtung der Ladeelemente konstruiert. Es finden 4 Campingstühle Platz, die üblichen Campingartikel, Kleindung und Verpflegung. Außen, seitlich sind die Campingtischbeine fixiert. Der grüne und blaue Bereich stellt die Ablagezone (25cm hoch) dar. Der freie Bereich ist die niedrigere (16cm) Rückbankzone.

Grüner Bereich - Campingfaltstühle, 4 Stück
Blauer Bereich - 2 Kunststoffboxen, Diverses
Freier Bereich - Kleiderboxen, Kleinteile, Strom, Werkzeug

Erfahrungswerte[Bearbeiten]

Bei der Herstellung der Heckschublade folgende Reihenfolge beachten:

  • Auswahl und Beschaffung der Auszüge. Durch die Auszüge werden die Halter konstruktiv beeinflusst.
  • Entscheidung über die konstruktive Gestaltung des Halter, hinten. Dadurch wird die Breite der Schublade festgelegt.
  • Herstellung der Halter, entsprechend dem Bohrbild der Auszüge.
  • Montage der Halter + Auszüge im Fahrzeug
  • Ermitteln der konkreten Breite der Schublade zwischen den Auszügen, definieren der Länge (entsprechend sind die Rollenausspaarungen einzubringen oder nicht)
  • Herstellen der Schublade
  • Gesamtmontage

Betrachtet man nur die Materialwerte (Auszüge, Halter, Holz, Farbe) ist die Herstellung mit einem finanziellem Aufwand unter 100€ leicht möglich.

Der Nutzwert ist ungemein höher einzustufen. Beim täglichen Einkauf, aber insbesondere bei grenzwertiger Nutzung des Laderaumes im Campingfall. Weit "hinten" lagernde Elemente werden sehr viel schneller und leichter erreicht. Das Be- und Entladen größerer Materialmengen läuft erheblich reibungsloser und rückenschonender. Und durch intelligentes Beladen wird der Aufwand des "Umräumens" von Standbetrieb zum Fahrbetrieb im T4 erheblich reduziert.