Schalter E9 (Frischluftgebläse)

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Gebläseschalter ab MJ1996

Funktion[Bearbeiten]

Der Schalter E9 (Frischluftgebläse) dient der Einstellung der Drehzahl des vorderen Frischluftgebläses. Er schaltet die Spannung für das Gebläse abhängig von der gewählten Gebläsestufe entweder direkt auf den Gebläsemotor oder auf den Vorwiderstand für das Gebläse.

Der Schalter ist bei allen T4 ohne Climatronic Teil der sogenannten Heizungsregulierung (auch nur Regulierung), die die diversen Bedienelemente der Heizung für die Temperartureinstellung, für die Regelung der Luftverteilung sowie baujahr- und ausstattungsabhängig für die Regelung des mittleren Warmluftgebläses umfasst. Er wurde baujahrabhängig in unterschiedlichen Ausführungen verbaut. Es ist in den nachfolgenden Bildern immer der Drehknopf mit den 5 Stellungen (0 bis 4):

Schalter ab MJ1991 (hier: T4 mit Klimaanlage)
Schalter ab MJ1996
Schalter ab MJ1999

Der Schalter ist nur bei T4 ohne Climatronic verbaut.


Einbauort[Bearbeiten]

Der Schalter ist bei allen T4 als Bedieneinheit mit den Einstellern für die Luftverteilung und die Temperatur mittig im Armaturenbrett verbaut.

Einbauort (MJ1997)


Ausbau[Bearbeiten]

Bis Modelljahr 1995 müssen zunächst die 'Köpfe' der Schieberegler sowie der Drehknopf nach vorne abgezogen werden. Das Abziehen der Schieber kann z.B. wie auf dem Bild von Thomas Laubacher mit einer festen Schnur erfolgen, die hinter dem 'Kopf' eingefädelt wird. Danach wird der Gebläseschalter ausgerastet und dann kann die komplette Blende ebenfalls nach vorne abgezogen werden.

Abziehen der Schieber
Abgenommene Blende

Ab Modelljahr 1996 muss zunächst die Blende um die Drehknöpfe in etwa an den 4 Ecken vorsichtig herausgehebelt werden, damit man Zugang zu den 4 Befestigungsschrauben hat. Diese dann herausschrauben und das Bedienfeld in das Armaturenbrett hinein nach unten drücken. Von unten können dann die Steckverbindungen und Züge abgenommen werden. Dazu muss natürlich die Verkleidung/Konsole unterhalb des Bedienfeldes vorher demontiert werden.


Beleuchtung[Bearbeiten]

Zum Wechsel der Beleuchtung muss der Schalter bzw. die Schalterblende zunächst ausgebaut werden; siehe oben.

  • Ab MJ1999 muss man lediglich die Drehknöpfe mit einer Zange (z.B. mit Kunststoffbacken) nach vorne herausziehen. Die Glühbirnen können dann nach vorne entnommen werden.
  • Ab MJ1996 Bedienfeld wie oben beschrieben losschrauben und kippen. Dann den Lampenträger (Filter) mit Glühbirne herausnehmen.
    Lampenträger im Schalter E9 ab MJ1996

Die Beleuchtung des Schalters bis MJ1995 läßt sich grundsätzlich nicht erneuern. Tatsächlich müsste man sich jedes Mal bei Ausfall einer Glühbirne eine neue Blende ausstattungsabhängig für ca. 21 bis 40 Euro kaufen. Allerdings geht es mit etwas Aufwand auch anders, wie Thomas Laubacher nachfolgend beschreibt.

  1. Abziehen der Schieber. Da diese zumindest beim ersten Mal sehr fest sitzen, verwendet man dazu am besten ein Stück Schnur oder ähnliches. In der gezeigten Weise eingefädelt und bis an den Anschlag hochgeschoben (dadurch verbiegt sich der Schieber nicht) geht das problemlos.
    Abziehen der Schieber
  2. Abziehen des Lüfterknopfs. Geht normalerweise von Hand, sitzt aber auch recht straff.
  3. Blende abnehmen. Die Blende selber sitz nicht allzu fest im Armaturenbrett. Dabei muss der Gebläseschalter ausgerastet werden. Er kann dabei am Kabelbaum verbleiben. Dieser Stecker sitzt oft sehr fest und der Schalter ist manchmal sehr spröde, so dass sich das als vorteilhaft erwiesen hat.
  4. Mit etwas Gefühl und dem passenden Werkzeug kann jetzt die Abdeckung auf der Rückseite abgehebelt werden. Sie ist angeklebt, der Kleber ist aber recht spröde; mit etwas Vorsicht geht das ganz gut.
    Abhebeln der Abdeckung
    Abhebeln der Abdeckung
    Abhebeln der Abdeckung
  5. Danach kann die Lampeneinheit nach vorne herausgenommen werden. An der Abdeckung kann man noch gut die Klebereste erkennen.
    Abgehebelte Abdeckung
    Entnommene Lampeneinheit
  6. Mit einem scharfen Messer trennt man jetzt die Anschlußdrähte von den Kontaktzungen. Anschließend können die Kontaktzungen einfach nach hinten aus dem Gehäuse gezogen werden. Die Lampe kann jetzt mit einem dünnen Draht oder ähnlichem nach vorne aus dem Gehäuse gedrückt werden.
    Abtrennen der Anschlussdrähte
    Abziehen der Kontaktzungen
    Zerlegte Lampeneinheit
  7. Jetzt die neue Glühbirne in die Lampeneinheit stecken und die Lampeneinheit provisorisch montieren und auf Länge einstellen. Die Glühbirne muss deutlich aus dem Gehäuse ragen, darf aber nicht zu nahe an den Lichtleiter kommen, da dieser sonst eventuell schmilzt. Bei der neuen Glühbirne habe ich mich für eine Variante mit flacher, eingefärbter Vorderseite entschieden, da ich mir hier eine bessere / gleichmäßigere Ausleuchtung des Lichtleiters versprach. Diese Lampenform hat sich bestens bewährt, die Ausleuchtung ist absolut gleichmäßig. Da die Lampe aus meiner Bastelkiste stammt, kann ich leider keine Bezugsquelle nennen. Prinzipiell kann man natürlich jede normale Birne für Instrumentenbeleuchtungen dazu heranziehen. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, daß sie hier sehr eng verbaut wird und deshalb eventuell lieber eine etwas dunklere (potentiell kältere) Lampe verwenden.
    Neue Birne
    Lampeneinheit testweise einsetzen
  8. Die Anschlußdrähte kürzen und sorgfältig verlöten. Die Lötstellen dürfen dabei nicht zu groß ausfallen, da die Einheit sonst nicht mehr in die Blende paßt. Dann die Lampeneinheit einsetzen.
    Fertiggestellte lampeneinheit
    Eingesetzte Lampeneinheit


Teilenummern[Bearbeiten]

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ausführungen werden an dieser Stelle keine Teilenummern aufgeführt.


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Bezüglich des elektrischen Anschlusses des Schalters gibt es baujahr- und ausstattungsabhängige Unterschiede. Das Prinzip der Ansteuerung (Kl.X -> Gebläseschalter -> Vorwiderstand -> Gebläsemotor) ist jedoch immer das Gleiche.

T4 ohne Klimaanlage[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Schaltbilder zeigen die Elektrik für die unterschiedlichen Bauperioden. Wesentliche Unterschiede liegen im Bereich der Anschlussstecker und der Bedieneinheit für das Gebläse, in die seit MJ1999 u.a. der Schalter E159 (Frisch- und Umluftklappe) integriert ist, an den das Ventil N63 (Frisch- und Umluftklappe) angeschlossen ist. Zu diesem Modelljahr wurde auch der Anschluss des Warmluftgebläses (über das Relais J14 (Warmluftgebläse) vom Mehrfachstecker Q/2 zum Schalter E159 verlegt.

V2 ohne Klimaanlage bis MJ1998
V2 ohne Klimaanlage ab MJ1999

T4 mit manueller Klimaanlage[Bearbeiten]

Bis Modelljahr 1995 unterscheidet sich die Elektrik erheblich von der bei T4 ohne Klimaanlage. Dem Gebläseschalter ist der Schalter E35 (Klimaanlage) vorgeschaltet, der nicht nur Spannung auf E9 gibt, sondern gleichzeitig und abhängig von der Schiebeschalterposition die Klimaanlage einschaltet. Die 4. Stufe des Gebläses wird nun über das Relais 140 (J32) eingeschaltet. Sie wird zudem von einer eigenen Sicherung (S23) versorgt.
Von Modelljahr 1996 bis MJ1998 entspricht der Anschluss wieder dem der T4 ohne Klimaanlage bis MJ1998. Hinzugekommen ist lediglich ein Kabel vom Gebläseschalter zum Schalter E35 (Klimaanlage). Dieser erhält immer dann Spannung, wenn das Frischluftgebläse V2 nicht ausgeschaltet ist. Ist es ausgeschaltet, kann die Klimaanlage nicht eingeschaltet werden.

V2 mit Klimaanlage bis MJ1995
V2 mit Klimaanlage bis MJ1998

Ab Modelljahr 1999 ergaben sich nach Einführung anderer Bedienelemente dann lediglich Änderungen im Anschluss an die Schalter.

V2 mit Klimaanlage ab MJ1999


T4 mit Wasserstandheizung[Bearbeiten]

Bei T4 mit Wasserstandheizung D/B4WS und Zweitbatterie (ohne Climatronic) wird das Frischluftgebläse V2 nicht mehr Über Kl.X (Starterbatterie) versorgt, sondern über das Relais J485 (Standheizung) und die Sicherung S97 von der Zweitbatterie.
Der Gebläseschalter erhält immer dann Spannung, wenn Spannung an Kl.X anliegt. Im Standheizungsbetrieb wird das Gebläse immer in Stufe 2 betrieben.

V2 mit Wasserstandheizung ab MJ1998


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Der Schalter ist nicht diagnosefähig.


Prüfung[Bearbeiten]

Die Prüfung erfolgt zunächst durch entsprechende Bedienung des Gebläses. Bei Nichtfunktion kann zusätzlich nach Trennen der Steckverbindung eine Durchgangsprüfung in den einzelnen Stufen durchgeführt werden.


Störungen[Bearbeiten]

Der Schalter ist relativ unproblematisch. Lediglich bei den Schalter vor MJ1996 treten aufgrund der kleinen Kontaktflächen häufiger mal Ausfälle des Schalters wegen der hohen Ströme auf, die über den Schalter fließen. Hier kann man sich mit einer einfachen Relais-Modifikation helfen.
Sonstige gängige Fehler sind Komplettausfälle des Gebläses und Ausfälle von Gebläsestufen. DieUrsache dafür ist aber in der Regel dann ein Problem mit dem Relais 140 oder dem Gebläsevorwiderstand.

Typische Auswirkungen einer Störung:

  • Gebläseausfall
  • Gebläse läuft nur in einer Stufe


Typische Ursachen einer Störung:


Modifikation[Bearbeiten]

Um Ausfällen des Schalters (meist vor MJ1996) wegen der hohen Ströme durch den Schalter vorzubeugen hat Thomas Laubacher Relais eingebaut, die den Gebläsestrom schalten. Der Schalter wird dann nur noch zur Ansteuerung der Relais genutzt.

Relais zur Gebläsesteuerung

Das Prinzip ist einfach:

Die direkt vom Schalter zu den Vorwiderständen führenden Leitungen werden einfach zur Steuerung der Relais benutzt. Diese schalten die Leistung, die direkt von der Batterie über eine Zusatzsicherung (20A) und eine 2,5mm Leitung kommt, an die entsprechenden Kontakte der Vorwiderstände weiter. Dadurch wird der Schalter komplett entlastet.

Schaltbild zur Gebläsesteuerung

Bei Verwendung von 30A Universalrelais mit 2 Steckanschlüssen am Schaltkontakt wird das ganze sogar noch echt komfortabel zum Anschließen, da die dicken Kabel so nicht mit Doppelsteckern angeschlossen werden müssen. Lediglich die dünnen Masseleitungen der Relais müssen per Doppelstecker oder doppelt eingeklemmt durchgeschleift werden.
Die Relais können einfach auf einen Blechstreifen aufgereiht direkt in den Lüftungskanal geschraubt werden. Bei entsprechender Positionierung müssen die Leitungen nicht einmal verlängert werden.
Die Sicherung im Sicherungskasten kann jetzt problemlos auf ein Minimum (z.B. 1 A) reduziert werden, da hängen ja jetzt nur noch die Relais dran.

Die Erfahrungen mit dieser Modifikation sind sehr positiv: "Der Schalter hat jetzt ein leichtes Leben und das Gebläse kriegt den Drehwurm. Stufe 4 ist nahe am Tornado, klingt wie eine Turbine ;-) Ich möchte nicht wissen, was da vorher auf der Leitung verbraten wurde. In der Praxis werden wohl meist nur Stufe 1-3 zum Einsatz kommen. Deshalb wird die Mehrleistung dem Gebläse wohl auch nichts ausmachen, da sie wohl nur in Ausnahmefällen benutzt wird."