Vorderradbremse (ATE FN3): Unterschied zwischen den Versionen

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Ob eine FN3 verbaut ist, ist an der [[Ausstattungsnummer]] (PR-Nummer) [[1LB]] (16") oder [[1LU]] (15") im [[Fahrzeugdatenträger]] erkennbar.
 
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Dies alles kann aber nur dann einwandfrei funktionieren, wenn sich Bremssattel und Bremskolben bewegen lassen. Bei der Wartung der Bremse und beim [[Bremsbelag]]-/-scheibenwechsel ist daher die gute Beweglichkeit durch Reinigung und Schmieren der Berührungsflächen der beweglichen Teile sicher zu stellen.
 
  
 
== Arbeiten an der Bremsanlage ==
 
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* Rostlöser
 
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* Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)
 
* Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)
 
  
 
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# Beide [[Bremsbeläge]] sollten sich noch am Bremssattel befinden. Der innere [[Bremsbelag|Belag]] ist mit einer Klemmvorrichtung am Kolben befestigt, der äußere ist an den Bremssattel geklebt. Ggf. findet man den äußeren Belag aber auch in den Bremsträger eingehängt, wenn sich die Verklebung zwischenzeitlich gelöst hat.  
 
# Beide [[Bremsbeläge]] sollten sich noch am Bremssattel befinden. Der innere [[Bremsbelag|Belag]] ist mit einer Klemmvorrichtung am Kolben befestigt, der äußere ist an den Bremssattel geklebt. Ggf. findet man den äußeren Belag aber auch in den Bremsträger eingehängt, wenn sich die Verklebung zwischenzeitlich gelöst hat.  
 
# Inneren [[Bremsbelag]] aus Bremskolben ziehen und abnehmen sowie äußeren [[Bremsbelag]] mit sanfter Gewalt vom Bremssattel lösen und abnehmen.
 
# Inneren [[Bremsbelag]] aus Bremskolben ziehen und abnehmen sowie äußeren [[Bremsbelag]] mit sanfter Gewalt vom Bremssattel lösen und abnehmen.
 
  
 
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* Darauf achten, dass weder Rostlöser noch Schmiermittel etc. an die Bremsflächen der Bremsscheiben gelangen.
 
* Darauf achten, dass weder Rostlöser noch Schmiermittel etc. an die Bremsflächen der Bremsscheiben gelangen.
 
* Bremsscheiben nicht mit roher Gewalt von der Radnabe trennen, um Schäden an der Bremsscheibe zu vermeiden. Ggf. Rostlöser anwenden.
 
* Bremsscheiben nicht mit roher Gewalt von der Radnabe trennen, um Schäden an der Bremsscheibe zu vermeiden. Ggf. Rostlöser anwenden.
 
  
 
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* Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)
 
* Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)
 
* Bremsenreiniger
 
* Bremsenreiniger
 
  
 
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* Grundsätzlich nur hitzebeständige Kupferpaste, Keramikpaste bzw. von VW freigegebene Schmiermittel (z.B. Lithium-Schmierfett VW G 052 150 A2 oder Festschmierstoffpaste VW G 000 650) verwenden.
 
* Grundsätzlich nur hitzebeständige Kupferpaste, Keramikpaste bzw. von VW freigegebene Schmiermittel (z.B. Lithium-Schmierfett VW G 052 150 A2 oder Festschmierstoffpaste VW G 000 650) verwenden.
 
* Bei der Behandlung von Aluminiumteilen (z.B. Bremssattel aus einer Aluminiumlegierung) mit einer kupferhaltigen, leitfähigen Paste soll es zu nachteiligen elektrochemischen Reaktionen kommen können, durch die diese Teile möglicherweise angegriffen werden.
 
* Bei der Behandlung von Aluminiumteilen (z.B. Bremssattel aus einer Aluminiumlegierung) mit einer kupferhaltigen, leitfähigen Paste soll es zu nachteiligen elektrochemischen Reaktionen kommen können, durch die diese Teile möglicherweise angegriffen werden.
 
 
  
 
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# Die Auflagefläche am Bremskolben gründlich reinigen und dünn einfetten. [[Bild:Bremsanlage_Wechsel_Auflageflaeche_Bremskolben_fetten.jpg|thumb|none|350px|Fetten der Auflagefläche am Bremskolben (Bild zeigt anderes Bremsenmodell)]]
 
# Die Auflagefläche am Bremskolben gründlich reinigen und dünn einfetten. [[Bild:Bremsanlage_Wechsel_Auflageflaeche_Bremskolben_fetten.jpg|thumb|none|350px|Fetten der Auflagefläche am Bremskolben (Bild zeigt anderes Bremsenmodell)]]
 
# Verklebefläche für äußeren Bremsbelag gründlich reinigen und entfetten.
 
# Verklebefläche für äußeren Bremsbelag gründlich reinigen und entfetten.
 
  
 
=== Abschließende Arbeiten ===
 
=== Abschließende Arbeiten ===
 
# Abschließend das Bremspedal einige Male mit kurzen Hüben betätigen, damit der Kolben und und die äußeren [[Bremsbelag|Beläge]] wieder ihre Arbeitsposition einnehmen. Dann das Bremspedal kräftig durchtreten und ca. 10 Sekunden halten, damit die äußeren [[Bremsbelag|Beläge]] am Bremssattel fest kleben.<br/>Auf keinen Fall das Bremspedal anfangs ganz durchtreten, weil dadurch der [[Hauptbremszylinder]] beschädigt werden kann.
 
# Abschließend das Bremspedal einige Male mit kurzen Hüben betätigen, damit der Kolben und und die äußeren [[Bremsbelag|Beläge]] wieder ihre Arbeitsposition einnehmen. Dann das Bremspedal kräftig durchtreten und ca. 10 Sekunden halten, damit die äußeren [[Bremsbelag|Beläge]] am Bremssattel fest kleben.<br/>Auf keinen Fall das Bremspedal anfangs ganz durchtreten, weil dadurch der [[Hauptbremszylinder]] beschädigt werden kann.
 
# Erneut den Bremsflüssigkeitsstand prüfen; muss zwischen min.- und max.-Markierung sein.
 
# Erneut den Bremsflüssigkeitsstand prüfen; muss zwischen min.- und max.-Markierung sein.
 
  
 
[[Kategorie:Anleitung]]
 
[[Kategorie:Anleitung]]

Aktuelle Version vom 17. Juli 2015, 23:31 Uhr

Einleitung[Bearbeiten]

Die Faustsattelbremse FN3 wird seit 1996 als 15"-Version und seit Einführung des 16"-Fahrwerks (ca. 1998) auch als 16"-Version im T4 verbaut. Bei dieser Bremse kommt eine innenbelüftete Bremsscheibe zum Einsatz. Siehe auch Technische Daten.

Da es abgesehen von den technischen Daten (Bremsscheibendurchmesser und -dicke) kaum nennenswerte Unterschiede zwischen der 15- und 16-Version gibt, wird die FN3 auf dieser Seite allgemein beschrieben. Unterschiede zwischen 15"- und 16"-Version werden an geeigneter Stelle erwähnt.

Ob eine FN3 verbaut ist, ist an der Ausstattungsnummer (PR-Nummer) 1LB (16") oder 1LU (15") im Fahrzeugdatenträger erkennbar.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zählt man die Schrauben und Beläge nicht mit, so besteht die komplette Vorderradbremse nur aus einer guten Handvoll Bauteilen. Der Bremskolben ist in den Bremssattel integriert.

Übersicht 1
Übersicht 2

Die Führungsbolzen gleiten in Buchsen, die im Bremssattel sitzen. Diese Gummibuchsen sind Bestandteil des Bremssattels und sind (bei VW) nicht als Ersatzteil erhältlich.

Detailansicht Führungsbolzen
Detailansicht Buchsen für Führungsbolzen

Der Bremsträger ist mit 2 Sechskantschrauben (M16x1,5x48, 280 Nm) am Radlagergehäuse befestigt. Die Bremsscheibe ist mit einer Innensechskantschraube (M10x25x15, 10 Nm) an der Radnabe befestigt. Der Bremssattel wird zusätzlich über eine Haltefeder in Position gehalten.

Befestigung von Bremsscheibe und Sattel
Einzelteilübersicht

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Bremssattel mit dem integrierten Bremskolben ist 'schwimmend', also in Grenzen frei verschiebbar über die Führungsbolzen mit dem feststehenden Bremsträger verbunden. Der innere Bremsbelag ist in den Bremskolben gesteckt, während der äußere Bremsbelag am Bremssattel verklebt ist.

Wird Bremsdruck aufgebaut, drückt der Kolben zunächst den inneren Bremsbelag gegen die Bremsscheibe. Aufgrund der Krafteinwirkung auf die Bremsscheibe wird der Bremssattel nun entlang der Führungsbolzen nach innen (Richtung Fahrzeugmitte) verschoben, wodurch er nun auch den äußeren Belag gegen die Bremsscheibe presst. Durch die 'schwimmende Aufhängung' des Bremssattels wird also sichergestellt, dass die Bremsscheibe von beiden Bremsbelägen gleichzeitig eingeklemmt wird, obwohl nur ein Bremskolben zum Einsatz kommt.

Nach Abbau des Bremsdrucks erfolgt die Rückstellung des Kolbens durch den elastischen Kolbendichtring, der den Kolben im Bremssattel wieder etwas in Richtung Fahrzeugmitte zieht.

Dies alles kann aber nur dann einwandfrei funktionieren, wenn sich Bremssattel und Bremskolben bewegen lassen. Bei der Wartung der Bremse und beim Bremsbelag-/-scheibenwechsel ist daher die gute Beweglichkeit durch Reinigung und Schmieren der Berührungsflächen der beweglichen Teile sicher zu stellen.

Arbeiten an der Bremsanlage[Bearbeiten]

Wechsel der Bremsbeläge[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  • Arbeiten an der Bremsanlage sollte nur der durchführen, der die erforderlichen Fachkenntnisse besitzt. Und diese Beschreibung kann diese Fachkenntnisse nicht ersetzen!
  • Wer sich trotzdem nur mit dieser Anleitung an die Arbeit macht, sollte stets im Hinterkopf behalten, dass von der korrekten Funktion der Bremse Menschenleben abhängen können.
  • Für die Korrektheit der nachfolgenden Beschreibung kann natürlich keinerlei Garantie, Haftung etc. übernommen werden. Jeder führt die Arbeiten dem entsprechend auf eigenes Risiko durch.
  • Grundsätzlich sollten immer die Beläge auf beiden Seiten gleichzeitig gewechselt werden. Gleiches gilt für die Bremsscheiben.
  • Ein Entlüften der Bremsanlage ist nach einem Belag-/Scheibenwechsel nicht erforderlich.
  • Beim Zurücksetzen des Bremskolbens kann Bremsflüssigkeit aus dem Behälter austreten und Schäden verursachen, wenn zwischenzeitlich Bremsflüssigkeit nachgefüllt wurde.
  • Bremssattel gut gesichert so ablegen, dass kein Zug auf den Bremsschlauch ausgeübt wird.
  • Beim Einsetzen des äußeren Bremsbelages darauf achten, dass er nicht mit dem Bremssattel verklebt, bevor er in der richtigen Einbaulage ist, und dass die Klebefläche nicht beschädigt wird.
  • Nach Ausbau der Beläge prüfen, ob die neuen Beläge in den Führungsnuten des Bremsträgers frei beweglich sind (die Nuten werden bei Korrosion so eng, dass die freie Beweglichkeit der Beläge eingeschränkt wird).

Werkzeug[Bearbeiten]

  • Inbusschlüssel 7 mm
  • Drehmomentschlüssel für Inbus-Einatz für Anzugsmoment 25 Nm
  • Schlitzschraubenzieher als Hebel
  • Werkzeug zum Rücksetzen des Bremskolbens (z.B. Schraubzwinge)
  • Ggf. Absaugvorrichtung und Behälter für Bremsflüssigkeit
  • Drahtbürste, Feile und/oder Schmiergelpapier
  • Lappen
  • Rostlöser
  • Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)

Arbeitsschritte[Bearbeiten]

  1. Räder abmontieren.
  2. Bremsflüssigkeitsbehälter öffnen und bei Bedarf etwas Bremsflüssigkeit absaugen oder zumindest einen Lappen um den Behälter legen, um austretende Bremsflüssigkeit aufzufangen.
    Bremsflüssigkeitsbehälter
  3. Stecker für ggf. vorhandene Bremsbelagverschleißanzeige abziehen; dazu mit Schraubenzieher entriegeln (grüner Pfeil). Fixierlasche der Steckeraufnahme mit Schraubenzieher etwas nach unten drücken (gelber Pfeil) und dann die Steckeraufnahme 90 Grad drehen und nach links abziehen.
    Steckeraufnahme abbauen
  4. Haltefeder für Bremsbeläge abnehmen. Dazu Haltefeder durch Drücken an einem Ende in Pfeilrichtung aus einer Gehäusebohrung heraus kippen und dann abnehmen; ggf. mittig mit Zange nachhelfen (schwarzer Pfeil).
    Abnehmen der Haltefeder
  5. Schutzkappen von den Führungsbolzen abnehmen.
    Abnehmen der Schutzkappen
    und Führungsbolzen (Inbus 7 mm, 25 Nm) herausschrauben.
    Führungsbolzen herausschrauben
  6. Bremssattel in Pfeilrichtung abnehmen; dabei ggf. mit Hammer und Schraubenzieher als Hebel nachhelfen
    Abnehmen des Bremssattels
    . Dann den Bremssattel mit einer Schnur z.B. am oberen Traggelenk gesichert oder, wie im Bild, daneben auf z.B. einen Eimer ablegen. Auf keinen Fall einfach nur am Bremsschlauch hängen lassen!
    Ablegen des Bremssattels
  7. Beide Bremsbeläge sollten sich noch am Bremssattel befinden. Der innere Belag ist mit einer Klemmvorrichtung am Kolben befestigt, der äußere ist an den Bremssattel geklebt. Ggf. findet man den äußeren Belag aber auch in den Bremsträger eingehängt, wenn sich die Verklebung zwischenzeitlich gelöst hat.
  8. Inneren Bremsbelag aus Bremskolben ziehen und abnehmen sowie äußeren Bremsbelag mit sanfter Gewalt vom Bremssattel lösen und abnehmen.

Wiederherstellung[Bearbeiten]

  1. Bremse vorher sorgfältig mit Drahtbürste und Feile/Schmirgelpapier reinigen und Berührungsflächen leicht fetten; Führungsbolzen nicht fetten. Siehe Reinigen und Fetten.
  2. Bremskolben mit Rücksetzvorrichtung oder Zange zurücksetzen. Wird eine Zange genutzt, darauf achten, dass der Kolben nicht beschädigt und nicht verkantet wird. Daher am besten ein Stück Holz o.ä. ganzflächig zwischen Kolben und Zange legen.
    Bremskolben rücksetzen
  3. Inneren Belag mit Haltefeder in den Bremskolben einsetzen.
    Einsetzen des Belages in den Kolben
  4. Äußeren Bremsbelag in den Bremsträger dicht an der Bremsscheibe einsetzen. Bremssattel testweise montieren, um zu prüfen, ob der Bremskolben weit genug zurückgesetzt wurde.
    Testweises Montieren des Bremssattels
    Dann Schutzfolie von der Klebefläche abziehen.
    Äußerer Belag eingesetzt
  5. Bremssattel aufsetzen und mit Führungsbolzen festschrauben; Anzugsmoment 25 Nm. Dann Schutzkappen wieder aufsetzen. Dabei darauf achten, dass der äußere Belag nicht vorzeitig mit dem Bremssattel verklebt. Die endgültige Verklebung der äußeren Bremsbeläge erfolgt nach dem kompletten Zusammenbau durch Betätigung des Bremspedals.
  6. Haltefedern einsetzen. Dazu zunächst eine Bügelseite der Haltefeder unter den Bremsträger setzen und die Federnase auf der gleichen Seite in die Gehäusebohrung drücken. Dann die andere Bügelseite unter den Bremsträger spannen und die zweite Nase in die Gehäusebohrung einhängen.
  7. Falls vorhanden, Stecker für Bremsbelagverschleißanzeige wieder verbinden und spannungsfreien Sitz des Kabels prüfen.
  8. Abschließende Arbeiten durchführen.

Wechsel der Bremsscheiben[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  • Siehe oben.
  • Grundsätzlich ist ein Ausbau nicht erforderlich, wenn nur die Bremsbeläge gewechselt werden soll. Der Ausbau könnte jedoch auch bei einem Belagwechsel sinnvoll sein, damit man die Bremse richtig reinigen kann.
  • Bremsscheiben grundsätzlich immer achsweise ersetzen.
  • Neue Bremsscheiben gründlich mit Bremsenreiniger reinigen
  • Darauf achten, dass weder Rostlöser noch Schmiermittel etc. an die Bremsflächen der Bremsscheiben gelangen.
  • Bremsscheiben nicht mit roher Gewalt von der Radnabe trennen, um Schäden an der Bremsscheibe zu vermeiden. Ggf. Rostlöser anwenden.

Werkzeug[Bearbeiten]

  • Inbusschlüssel 6 mm
  • Drehmomentschlüssel mit Inbus-Einatz 6 mm für Anzugsmoment 10 Nm
  • Drehmomentschlüssel mit Einsatz SW21 für Anzugsmoment bis 280 Nm
  • Schraubenschlüssel oder Nuss SW21 mit längerem Hebel
  • Drahtbürste, Feile und/oder Schmiergelpapier
  • Lappen
  • Rostlöser
  • Schmiermittel zum Einfetten (z.B. Kupfer- oder Keramikpaste)
  • Bremsenreiniger

Arbeitsschritte[Bearbeiten]

  1. Sollen auch die Bremsbeläge gewechselt werden, zunächst o.a. Arbeiten durchführen.
  2. Ggf. Befestigungsschraube für die Bremsscheibe mit Rostlöser behandeln und einwirken lassen; war bei einem 2001er T4 mit ca. 230.000 km aber nicht erforderlich
  3. 2 Schrauben (M16x1,5x48, SW21, 280 Nm / Bei der FNR: SW 27 / Anzugsmoment 355 Nm) zur Befestigung des Bremsträgers herausschrauben und den Bremsträger mit Führungsbolzen abnehmen.
Befestigung des Bremsträgers
Es empfiehlt sich aufgrund des hohen Anzugsmomentes ein längerer Hebel.
Bremsträgerschrauben lösen

Für die FNR / 16" Bremse ist an dieser Stelle der Einsatz von 3/4" Werkzeug (Knebel + Ratsche) angeraten.

3/4" Werkzeug
  1. Innensechskantschraube (M10x25x15, 6 mm, 10 Nm) für die Befestigung der Bremsscheibe herausdrehen. Dabei die Bremsscheibe festhalten.
    Bremsscheibenschraube lösen
  2. Bremsscheibe abnehmen.

Wiederherstellung[Bearbeiten]

  1. Innensechskantschraube und Auflageflächen Radnabe-Bremsscheibe gründlich reinigen.
  2. Wird die alte Bremsscheibe weitergenutzt, Rost und ggf. Grat am Umfang mechanisch beseitigen. Keinen Rostlöser nutzen!
  3. Bremsscheibe aufsetzen und mit Innensechskantschraube befestigen. Anzugsmoment: 10 Nm. Obwohl nicht im RLF so vermerkt, scheint die Schraube ab Werk mit Schraubensicherungsmittel eingesetzt worden zu sein. Man sollte also die Verwendung von Schraubensicherungsmittel in Erwägung ziehen.
  4. Bremsträger aufsetzen und mit beiden Schrauben am Radlagergehäuse befestigen; Anzugsmoment 280 Nm / Anzugsmoment für FNR 355 Nm.
    Bremsträger festschrauben

Reinigen und Fetten[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Da die Bremse nur dann problemlos und ohne unnötigen Verschleiß arbeitet, wenn sich die beweglichen Teile leicht bewegen lassen (siehe Funktionsweise), darf man die nachfolgenden Schritte auf keinen Fall auslassen und muss sie zudem sorgfältig durchführen.
  • Darauf achten, dass keine Schmiermittel, Fette etc. auf die neuen Beläge und Scheiben gelangen.
  • Grundsätzlich nur hitzebeständige Kupferpaste, Keramikpaste bzw. von VW freigegebene Schmiermittel (z.B. Lithium-Schmierfett VW G 052 150 A2 oder Festschmierstoffpaste VW G 000 650) verwenden.
  • Bei der Behandlung von Aluminiumteilen (z.B. Bremssattel aus einer Aluminiumlegierung) mit einer kupferhaltigen, leitfähigen Paste soll es zu nachteiligen elektrochemischen Reaktionen kommen können, durch die diese Teile möglicherweise angegriffen werden.

Arbeitsschritte:

  1. Radnabe einschließlich Mittenzentrierung gründlich reinigen. Mittenzentrierung dünn einfetten.
    Fetten der Mittenzentrierung
  2. Die Auflageflächen für die Beläge am Bremssattel mit Drahtbürste und Feile gründlich reinigen und dünn einfetten.
    Fetten der Auflageflächen am Bremssattel 1
    Fetten der Auflageflächen am Bremssattel 2
  3. Führungsbolzen auf Leichtgängigkeit prüfen und ggf. reinigen. Nicht fetten.
  4. Die Auflagefläche am Bremskolben gründlich reinigen und dünn einfetten.
    Fetten der Auflagefläche am Bremskolben (Bild zeigt anderes Bremsenmodell)
  5. Verklebefläche für äußeren Bremsbelag gründlich reinigen und entfetten.

Abschließende Arbeiten[Bearbeiten]

  1. Abschließend das Bremspedal einige Male mit kurzen Hüben betätigen, damit der Kolben und und die äußeren Beläge wieder ihre Arbeitsposition einnehmen. Dann das Bremspedal kräftig durchtreten und ca. 10 Sekunden halten, damit die äußeren Beläge am Bremssattel fest kleben.
    Auf keinen Fall das Bremspedal anfangs ganz durchtreten, weil dadurch der Hauptbremszylinder beschädigt werden kann.
  2. Erneut den Bremsflüssigkeitsstand prüfen; muss zwischen min.- und max.-Markierung sein.