Reserveradträger (Syncro)

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Nachträglicher Einbau[Bearbeiten]

Die nachfolgende Anleitung wurde von RalphCC verfasst, der seinen California nach Syncro-Umbau nun auch mit dem Syncro-typischen Reserveradträger versehen hat.


Original von RalphCC:

Da ich einige Zeit nicht wußte, wie meine D-Säule von innen aufgebaut ist und ob die Verstärkungsbleche denen eines Originalen gleichen, habe ich ziemlich lange an Alternativlösungen für die obere Halterung rumgedacht. Jetzt, wo ich die D-Säule mal von California-Interieur (Verkleidung, Wassertank) freigelegt habe, stellte ich erfreulicherweise fest, dass die Verstärkungsbleche identisch zu der Originallösung sind. Also entschloss ich mich auch die originale Befestigung nachzubauen. Hier nun die Foto-Doku.

Von Colonius habe ich ne herausgeschnittene D-Säule vom Syncro mit Reserveradhalterung bekommen. Ohne abzugucken wär's schwieriger geworden.

Herausgeschnittene D-Säule

Die Schablone zum Anzeichnen der Löcher in der Seitenwand hat sich auch Colonius angefertigt und mir geliehen - Danke nochmal!

Schablone für D-Säule

So sieht dann also das Obere und das untere Loch aus. Hinter dem oberen Loch erkennt man schön das erste Verstärkungsblech - mit einem Indexloch welches keine Funktion hat. Die Ausschnitte habe ich allerdings ringsum 2mm kleiner gemacht, um evtl. mehr Fläche zum abdichten der Beschläge zu erhalten. Die Toleranzen sowie der Reserveradträger (701 813 555 A) liessen das zu.

Jetzt gings darum die inneren "Löcher" mit den Äusseren deckungsgleich zu bringen. Dazu hab ich die Positionen von der Colonius-D-Säule mit einem Schreinerzirkel (Metallzirkel) abgenommen und auf meine übertragen. Passte perfekt! Die großen Löcher dienen als Zugang, um an den folgenden Gewindehülsen eine Schweißnaht mit dem nun sichtbaren Verstärkungsblech Nr. 2 zu setzen.

Aber erst die wichtigen Bohrungen am 1. Verstärkungsblech setzen - auch hier nach Muster-D-Säule und Geo-Dreieck :-D . Das Indexloch half bei der Orientierung. Weiter innen sieht man die Bohrung zur Befestigung der oberen Gewindeplatte am Inneren D-Säulenblech.

Detailansicht oberes Loch

Die Gewindeplatte (kurzer Radstand: 701 813 914, langer Radstand 721 813 914, ca. 90€ !) hat eine angeschweißte Lasche welche normalerweise mit dem Innenblech lochgeschweißt wird. Ich habe eine M8 Mutter auf die Rückseite der Lasche geschweißt, um nicht in der Nähe des Fensters schweißen zu müssen - bei der California-Verkleidung ist genug Platz für einen Schraubenkopf. Daneben die Gewindeplatte auf das Verstärkungsblech aufgesetzt und positioniert zur Kontrolle der Körnerschläge für die Löcher (D=8,5, original D=10mm) der späteren M8x40-Schrauben.

Nachdem die Löcher im äusseren Verstärkungsblech gesetzt wurden, habe ich deren Position normal zu dessen Fläche auf das innere Verstärkungsblech übertragen (langer spitzer Körner und Winkel). Sinn des Ganzen ist es, die einzusetzenden Gewindehülsen (Keine Teilenummer, D=15,5, L=43, Innenbohrung M8 ) später nicht schräg einzusetzen, wenn die Löcher (D=16) im inneren Verstärkungsblech versetzt wären. Die zwei Gewindehülsen ließ ich mir aus Zeitgründen an einer hiesigen Werkstatt drehen (Übernacht-Service ;)) - Sonst hätte ich bestimmt das Forum genutzt. Das vierte Bild zeigt die Schweißnaht der Muster-D-Säule.

Die verschraubte Gewindeplatte (Gewindehülsen klemmen 1. Verstärkungsblech mit der Gewindeplatte!). Hier nahm ich noch an, dass das 1. Verstärkungsblech die richtige Flächenausrichtung für den Beschlag des Reserveradträger hat - wie die Muster-D-Säule eben. Der Überstand zur Seitenwand sollte 4,5mm +/- 2mm betragen. War innerhalb der Toleranz! *puh* Die roten Linien zeigen die Position der drei Schweißnähte zum Befestigen.

Mal die Kamera in die D-Säule gefädelt: Oben auf dem Bild sieht man die Seitenwand aussen, links die hintere Verstärkung mit der angedeuteten Position für ein evtl. Türscharnier, unten die D-Säule innen, sowie die besprochenen Verstärkungsbleche mit der Gewindehülse und Gewindeplatte. Das Verstärkungsblech an dem die Gewindeplatte hängt, erkennt man von aussen übrigens an der Blech-Trippelung des Falzes unter dem Heckklappen/-türen-Dichtgummi im oberen Bereich (zweites Bild mit der Muster-D-Säule).

Jetzt die untere Halterung - da gab's nichts rumzurätseln. Hier fährt man am besten mit der originalen Halterung (erhältlich an der Teiletheke des :-) , 701 813 234, knapp 65€ !). Hier abgebildet bereits lackiert.

Untere Halterung

Und da soll die Halterung rein - Diese kann man durch die Öffnungen der Rückleuchte einfädeln, egal ob von Innen oder Aussen. An der unteren Kante des hinteren Verstärkungsbleches soll auch die Halterung ausgerichtet werden. Oben links im Bild ist der "Knick" des inneren D-Säulenblechs zu sehen - diese Kante dient als Anschlag für die Halterung und wird damit auch verschweißt.

Innenansicht untere D-Säule

Ich habe überlegt wie Teddy01 die Halterung von Innen anzuschweißen - entschied mich dann aber doch die Originale Variante umzusetzen: Vier 10mm Löcher durch alle Bleche bohren (ganz schön dick!) um dann Lochschweißungen (ringförmige Schweißnaht in der Kante Bohrung/Halterung). Das tat weh, aber irgendwie hatte ich alle Hemmungen verloren.

Schweißbohrungen unten

Jetzt erstmal die untere Halterung ausrichten und fixieren. Dazu den Reserveradträger provisorisch oben anschrauben und dessen unterer Beschlag an die Halterung schrauben und so die Flächen ausrichten (Abstand zum Aussenblech ca. 4mm). Die Originalschrauben 6x M8x40 N 014 717 2 habe ich durch Edelstahlschrauben mit Innensechskantkopf ersetzt. Kupferfett am Gewinde nicht vergessen! Nachdem ich die Masse des Schutzgasschweißgerätes mit diversen Starthilfekabeln auf alle Bleche verteilt habe (wichtig, sonst landet das Schweißgut immer an dem Blech mit der besten Masse), gings dann ans brutzeln. Nunja, ich war zumindest froh das es fest aussah (einmal Kat schweißen reicht nicht wirklich als Übung). Die PVC-Dichtmasse kokelte ganz schön und auch das eine oder andere Flämmchen war zu sehen (ausgepustet) - irgendetwas Sauberes zum Löschen wäre wohl ratsam gewesen wenn es in der D-Säule hochgezüngelt wäre *schwitz*. Auch nicht vergessen bei allen Metall- und Schweißarbeiten die Tiefen der D-Säule (und möglichst alles großflächig drumrum) abzudecken - am besten mit Baumwolllappen weil die schlechter brennen!

Hier die saubergedremelte, grundierte Ansicht und der dann gespachtelte, gefillerte und lackierte Endzustand.

Dann wollte ich das erste mal den Reserveradträger richtig ohne Dichtungen dranschrauben - Ohjeh - zu früh gefreut, die Fläche der oberen Gewindeplatte war ein paar Winkelgrad unterschiedlich zu der Anlagefläche des Beschlags :-( - Also doch Unterschiede/Toleranzen zur Muster-D-Säule :-| . Hätte ich oben alle drei Schrauben angezogen wäre an der unteren Halterung der Beschlag 10-15mm entfernt gewesen - Das wollte ich nicht durch Gewalt hinbiegen. Deshalb hab ich mich an die gute alte Lehrzeit erinnert (U-Schienen schruppen) und mir ein "Winkelausgleichsadapterblech" gefeilt (Spaltmaß unten 0,3 - mitte 1,0 - oben 1,5mm ausgleichend) - mönsch, ich konnte noch feilen - Haarlineal zeigte Ebenheit in allen Richtungen *stolzbin* Von VW gibts zwar auch Distanzplatten (701 813 586, ca. 45€ für ein einfaches, planes Blech!!!) um diverse Toleranzen in diesem Bereich auszugleichen, aber diese sind ca. 2,5mm dick und gleichen keinen Winkel aus!

Anpassblech oben

Nachdem die Reserveradhalterung nun an den Beschlägen sauber passte, ging's an's Setzen der Verriegelung an der Heckklappe. Dazu gibts von VW auch eine Verstärkungsplatte mit Stützwinkel (Heckklappe 701 813 934 C, Flügeltür 701 813 934 D, je knapp 70€ !!). Die Gewinde sind zum Einstellen recht beweglich.

Halterung Heckklappe innen

Dazu erstmal für die Verstärkungsplatte Platz schaffen - also die Original- und meine nachgerüsteten Antidröhnmatten rausfönen und -schaben, sowie den Heckscheibenwischer demontieren.

Halterung Heckklappe

Die Verstärkungsplatte dann erstmal drangehoben und unter Berücksichtigung des Stützwinkel zum Befestigen an der Heckklappenstrebe, den max. Bereich für die 4 Löcher auf der Innenseite des Aussenblechs markieren. Der Stützwinkel wird normalerweise auch an die Strebe geschweißt aber auch hier wählte ich die Variante mit M8-Schrauben und selbstsichernde Muttern.

Den max. Bereich der beweglichen Gewindeplatten habe ich dann mit den Langlöchern der Verriegelungsplatte abgestimmt und 10mm Löcher gesetzt (könnten auch größer sein) (Verriegelungsplatte bzw. "Verschluß" 701 813 614 bis Fgst.Nr.: 70-V-135666 (gibts nicht mehr), 701 813 614 A ab Version ab Fgst.Nr.: 70-V-135557, ca. 160€ !! - also gucken, das der mit dabei ist!). Darauf ist zu achten, dass der Fanghaken der Reserveradhalterung "passt" und z.B. das Ende des Rohrs nicht mit der Verriegelungsplatte kollidiert. Ich habe dann beide Platten jeweils nach innen zum Heckklappenblech mit einer dickeren Lackschutzfolie bestückt, um Reibung und Korrosion zu vermeiden. Dann die Verriegelungsplatte mit gelösten Beschlagsschrauben des Reserveradträgers (oben eine fixiert) ausrichten. Dann Verriegelungsplatte festschrauben (es sind 4x M8x30 oder länger, keine M6x12 wie im Katalog!!) dann erst unteren Beschlag festziehen. Das zweite Bild dann mit Abdeckkappe (701 813 725 03C bis Fgst.Nr.: 70-V-140000, 701 813 725 A 03C ab Fgst.Nr.: 70-V-140001, je ca. 16€).

Anschließend hab ich die Dichtungen (2x 701 813 587, je ca. 13€ !) unter den Beschlägen gesetzt - wie man sieht wird sauber abgedichtet und das Blech drumrum wird auch nicht verdrückt.

So siehts dann fertig mit bestücktem Rad aus - Reserveradabdeckung folgt auch noch - aber da hab ich mir noch was einfallen lassen ;-)

Fertig!

Zum Konservieren aller bearbeiteten Bereiche und zum Fluten von dem Staubsauger entgangenen Metall-Spänchen habe ich fast eine ganze Dose Hohlraumversiegelung benutzt.

Wieder ein paar Kilo schwerer, wieder ein Punkt weniger auf meiner todo-Liste


Teilenummern und Alternativen[Bearbeiten]

Viele Teile des Reserveradhalters sind bei VW nicht mehr zu bekommen. Deshalb sind im folgenden auch Alternativteile aufgeführt.

Teilenummer Bezeichnung Preis (2018)
701 813 587 Dichtung ca. 17 Euro
701 813 929 Gasdruckfeder ca. 80 Euro
- Alt. STABILUS 1634HT (Länge=230mm, Hub=72mm, Schubkraft=500N, D=8mm) ca. 50 Euro