Schienensystem

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Funktion[Bearbeiten]

Als Schienensystem werden die vier im vorderen Teil des Fahrgastraums befestigten Führungsschienen (inkl. Befestigung) bezeichnet. Sie dienen als Aufnahme für die hinteren verschiebbaren Drehsitze sowie Zubehör wie Kühlbox und Schränke.

Schienensystem in einem 2001er MV

Das Schienensystem wurde mit dem Multivan II zum Modelljahr 2000 eingeführt.


Aufbau[Bearbeiten]

Es handelt sich um ein System bestehend aus auf dem Fahrzeugboden verschweissten Trägerplatten (Sitzhalteplatten) sowie den darauf jeweils mit 2 weiteren Halteplatten verschraubten, sichtbaren Führungsschienen.

Sitzhalteplatte
Führungsschiene
Führungsschiene mit Halteplatten

Die Führungsschienen sind in Fahrtrichtung hinten mit einem eingeschraubten Anschlag verschlossen. Dieser muss herausgenommen werden, wenn z.B. ein Drehsitz ausgebaut werden soll.

Anschlag

Es sind bei VW Gleitlager in 2 unterschiedlichen Längen für die Führungsschienen erhältlich. Diese werden originär für die Drehsitze genutzt. Sie können aber auch für Selbstbauten genutzt werden.


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2008)
7D0 883 183 C Schiene (4 Stück benötigt!) ca. 95,00 Euro (inkl. MWST)
7D0 883 281 E Sitzhalteplatte links außen ca. 12,50 Euro
7D0 883 281 G Sitzhalteplatte links innen ca. 12,50 Euro
7D0 883 282 D Sitzhalteplatte rechts innen ca. 12,50 Euro
7D0 883 282 B Sitzhalteplatte rechts außen ca. 12,50 Euro
7D0 883 877 B Halteplatte (8 benötigt) ca. 6,80 Euro
N 909 398 01 Bundschraube M8x15,5 (32 benötigt) ca. 0,25 Euro
7D0 883 161 Anschlag mit Schraube (4 benötigt) ca. 4,35 Euro
7D0 883 225 C Gleitlager kurz ca. 8,00 Euro
7D0 883 299 A Bolzen für Gleitlager ca. 3,40 Euro
7D0 883 225 E Gleitlager lang ca. 8,00 Euro
7D0 883 299 D Bolzen für Gleitlager ca. 3,40 Euro
N 902 891 02 Sechkantmutter M8 für Gleitlager ca. 0,15 Euro


Die Sitzhalteplatten unterscheiden sich in der Form und müssen daher unbedingt an der richtigen Position eingebaut werden. Das nachfolgende Bild zeigt diese; die schwarzen Pfeile markieren die Fahrtrichtung.

Positionierung der Sitzhalteplatten

Nachrüstung[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Informationen und Bilder wurden dankenswerterweise von Peter vom niederländischen T4 Centrum (siehe Weblinks) zur Verfügung gestellt.

Hinweise:

  • Hauptproblem bei der Nachrüstung dürfte die genaue Positionierung der Sitzhalteplatten sein, da diese verschweisst werden und es beim Verschrauben der Führungsschienen auf die Sitzhalteplatten keinerlei Ausgleichsmöglichkeiten mehr gibt. Ungenauigkeiten bei der Positionierung werden dazu führen, dass sich die verschiebbaren Drehsitze eben nicht mehr sauber verschieben und/oder in den unterschiedlichen Positionen fixieren lassen. Im ungünstigsten Fall lassen sie sich noch nicht einmal in das Schienensystem einführen. Es bietet sich daher die Anfertigung einer Schablone an, an der man Sitzhalteplatten und Führungsschienen zur Positionierung temporär befestigt. Alternativ kann man natürlich auch die bei VW erhältlich Bodenplatte nutzen. Sie kostet bei VW allerdings um die 600 Euro. Nachfolgend ist die Nachrüstung mit einer selbst gefertigten Schablone beschrieben.
  • Der Fahrzeugboden muss von alten Sitzbefestigungsteilen und an den Einbauorten der Sitzhalteplatten von ggf. vorhandener Isolierung befreit werden. Ein vernünftiger Rostschutz ist dabei unverzichtbar.
  • Auf die korrekten Einbauorte der 4 unterschiedlichen Sitzhalteplatten achten.
  • Die Führungsschiene kann in Grenzen 'verschoben' auf der Sitzhalteschiene montiert werden. Dadurch lässt sich der minimale Beinraum zwischen Drehsitz und Fahrerraum um ca. 13 cm variieren.
  • Wenn die vorgegebenen Fixierungspunkte für die Drehsitze nicht ausreichen, lassen sich vor dem Einbau zusätzliche Fixierungen bohren:
    Zusätzliche Fixierungspunkte


Werkzeug:

  • Werkzeug für die Holzbehandlung
  • Werkzeug/Material zum Vorbehandeln des Fahrzeugbodens inkl. Rostschutz
  • Schweißgerät und Schweisszubehör
  • Innenvielzahn-Schlüssel für M8-Schrauben


Arbeitsschritte:

  1. Fahrzeugboden im Montagebereich säubern, Rostschutzbehandlung durchführen.
  2. Schablone anfertigen. Dann Sitzhalteplatten und Führungsschienen an der Schablone befestigen.
    Angefertigte Schablone
  3. Mit der Schablone die Positionen für die Sitzhalteplatten markieren, diese provisorisch auf den Fahrzeugboden plazieren und den Einbauort markieren.
    Ausgelegte Sitzhalteplatten
  4. Die Bereiche für die Schweisspunkte von Lack, Isolierung etc. befreien.
    Vorbereitete Schweissstellen
  5. Rostschutz an den Sitzhalteplatten durchführen, diese wieder an der Schablone befestigen und Löcher in die Schablone bohren, durch die die Sitzhalteplatten zunächst an den Fahrzeugboden geheftet werden.
    Schablone fertig zum Schweißen
  6. Schablone im Fahrzeugplatzieren und die Sitzhalteplatten durch die Löcher anheften.
    Sitzhalteplatten anheften
    Es empfiehlt sich, dies wegen des zusätzlichen Gewichts, das einem Verziehen der Konstruktion beim Verschweißen entgegen wirkt, mit montierten Drehsitzen zu machen.
    Mit Sitz beschwerte Schablone
  7. Schablone abnehmen und Sitzhalteplatten verschweißen.
    Sitzhalteplatten schweissen
  8. Rostschutz vervollständigen und die Gewinde reinigen.
    Gewinde reinigen
  9. Führungsschienen mit den Halteplatten verschrauben.
    Verschraubte Fuehrungsschienen
  10. Bodenverkleidung inkl. Isolierung nach Wunsch montieren; hier Teppichboden.
    Fertig montiert


Weitere Nutzung[Bearbeiten]

Mit geeigneten Hilfsmitteln lässt sich das Schienensystem auch zu anderen Zwecken (z.B. Ladungssicherung) nutzen. Hierbei bietet sich die Nutzung der oben genannten Gleitlager oder, alternativ, die Verwendung von handelsüblichen Nutensteinen (auch Kulissenstein) oder Gleitmuttern mit Innengewinde an, die sich in der Nut des Schienensystems verschieben lassen. Wird ein Außengewinde benötigt, kann man Schrauben mit geeigneter Kopfform nutzen.

Nutenstein


Für geringere Belastungen eignen sich - so ein Tipp von ExEspace, nachfolgende Bilder von fischbraet - auch Möbelverbindungsbolzen wie sie z.B. im Ikea-Tisch "Bjursta" genutzt werden. In diese Bolzen mit einem Durchmesser von ca. 12 mm kann man M8-Schrauben drehen, um damit z.B. Zurrösen zu befestigen. Unterlegscheiben stabilisieren zusätzlich.
Allerdings sollten folgende Überlegungen vor dem Einsatz bedacht sein:
Nachteil 1: Die Ösen sind nur sehr bedingt belastbar, die Verbindung könnte sich schlagartig lösen und das befestigte Teil würde sich unkontrolliert im Fahrzeuginnenraum entsprechend der in der momentanen Fahrsituation auftretenden Kräfteverläufe bewegen. In diesem Fall wären Mitfahrer auf der Rückbank erheblich gefährdet.
Nachteil 2: Die runden Bolzen drücken auf die Innenkanten des Schienensystemes. Je nach Dauer und Dynamik der Zugbelastung auf die Öse wird die Innenkante der Schiene mehr oder weniger gestaucht. Als Folge wird die Schiebefunktion der Sitze schwer beeinträchtigt.
Der letzte Punkt: Ein passender Nutenstein kostet 0,36 € und funktioniert sicher.
Deshalb sollte der Einsatz dieser Befestigungsoption gut überlegt sein.

Verbindungsbolzen
Verbindungsbolzen in Schiene
Verbindungsbolzen in Schiene


Bei der Auswahl der Hilfsmittel sind natürlich die Innenabmessungen der Schienen zu berücksichtigen:

Innenabmessungen