Scheibenfolie

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Funktion

Eine Tönungsfolie (oder auch Scheibenfolie, Film, Spiegelfolie, Sonnenschutzfolie,...) ist vorwiegend eine im Automobilbereich eingesetzte PET-Folie, die zum Sonnenschutz, aber auch zur Verdunkelung verwendet wird. Tönungsfolien werden in erster Linie zum nachträglichen Sonnenschutz an ungeschützten Autoscheiben hergestellt. Durch ihre geringe Lichtdurchlässigkeit (bis 3%) bei manchen speziellen Varianten werden sie aber auch als Sichtschutz genutzt. (Quelle: Wikipedia.de)

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Rechtliche Hinweise

Es dürfen in Deutschland nur Tönungsfolien verwendet werden, die eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) besitzen; eine TÜV-Eintragung ist nicht erforderlich. Des Weiteren ist zu beachten:

  • es dürfen nur die hinteren Seitenscheiben (ab B-Säule) und die Heckscheibe foliert werden; wird die Heckscheibe foliert, ist ein 2. Außenspiegel Pflicht,
  • Scheiben dürfen nur bis zur Scheibenhalterung foliert werden; eine Verbindung (auch Verklemmen) der Folie mit der Scheibenhalterung oder der Scheibendichtung ist nicht erlaubt,
  • Typ und Prüfzeichen der Folie müssen an jeder verklebten Folie dauerhaft vorhanden sowie gut lesbar sein,
  • die ABG ist im Fahrzeug mitzuführen.


Bezug

Eine Scheibenfolie - egal ob zur Tönung oder zur Verspiegelung - kann grundsätzlich überall bezogen werden. Die Folien sind bei jedem Autohändler, sogar schon auf Maß zugeschnitten verfügbar, oder auch bei einen der großen Auktionshäuser ersteigerbar bzw. kaufbar. Die Erfahrung zeigt aber, dass gute Folie, die auch dauerhaft an den Scheiben bleibt, ihren Preis hat. Um Billigprodukte (z.B von den Lebensmittelketten) sollte man einen großen Bogen machen. Die Farbe und der Kleber der Billigfolien sind häufig nicht UV-beständig, d.h die Filme verblassen im Laufe der Zeit und die Filme lösen sich schon meist nach einem Sommer an den Kanten und Ecken von der Autoscheibe. Grundsätzlich sollte auf Markenware von z.B. 3M und SL.LLumar zurückgegriffen werden.

Für einen T4, an dem die 5 hinteren Scheiben beschichtet werden sollen, benötigt man ca. 5,5 Meter Film. Im Fachhandel muss man dafür ca. 150 Euro bezahlen.


Anbringen der Folie

Die nachfolgende Anleitung ist von "Thony, der Scheibentöner" übernommen, der in der T4-Szene für seine Folieraktionen bekannt ist.


Ein Zitat als kleine Warnung vorweg: "Doch wie immer im Leben, gilt auch hier: "Übung macht den Meister!". Denn trotz aller Tipps und Tricks ist eine gewisse Praxiserfahrung erforderlich, um die Filme wirklich perfekt verlegen zu können."


Sauberkeit!
Vor dem Beschichten müssen die Autoscheiben von außen und vor allem von innen perfekt sauber sein. Jedes Staubkörnchen, jedes (Hunde)-Haar beeinträchtigt die Qualität Eures Arbeitsergebnisses.
Beschichtet in einem möglichst staubfreien und windstillen Raum (es reicht eine saubere Garage). Beschichtet nicht am Straßenrand oder auf einem Ascheplatz! Ihr werdet niemals ein zufriedenes Arbeitsergebnis erzielen! Staubeinschlüsse (zu erkennen als „weiße Pickel“ in dem Film) sind vorprogrammiert........und lassen sich später nicht mehr entfernen!


Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • Cutter mit rostfreien Klingen (die Bezeichnung „Rostfrei“ auf den Klingen ist wichtig! Denn nur diese Klingen hinterlassen keine Kratzer beim Schneiden auf der Autoscheibe.)
  • Kunststoff-Rakel (z.B. von 3M oder SL.LLumar)
  • Sprühflasche mit Seifenlösung (3 Tropfen Pril auf 1 l Wasser)
  • Heißluftfön (mind. 2000 Watt)
  • einen guten Hallogenstrahler
  • saubere fusselfreie Tücher
  • zwei ruhige Hände!!


Arbeitsschritte:
Am Beispiel einer Heckscheibenbeschichtung erläutere ich die nun die Vorgehensweise:

  1. Entfernt den eventuell vorhandenen Heckscheibenwischer und ggf. Spoiler.
  2. Reinigt die Scheiben von Innen und Außen mit einem Glasreiniger und viel Wasser.
  3. Besprüht die Scheiben von Außen mit einer „Shampoo-Wasser-Lösung“.
  4. Legt die Folie außen auf die befeuchtete Scheibe und achtet darauf, daß die transparente Schutzfolie außen liegt. Schneidet die Folie insgesamt 10 cm größer zu, als es die Autoscheibe eigentlich erfordern würde.
  5. Bevor Ihr den Film exakt zuschneidet, müsst Ihr diesen mit Hilfe eines weichen Rakels vom Zentrum der Scheibe ausgehend horizontal nach rechts und links bis zum Scheibenrand fest anrakeln.
  6. Schneidet nun den Film passgenau mit dem Cutter zu.
    Achtung! Der Folienrand muß dabei über den gepunkteten Rand (sog. „Punkt-Matrix-Profil“) der Scheibe hinausgehen und auf dem undurchsichtigen schwarzen Scheibenrand liegen. Dabei ist es recht hilfreich die Scheiben von Innen mit einem Strahler auszuleuchten. So erkennt Ihr besser bis wo Ihr schneiden müsst...
  7. Die Falten (die Fachleute sagen dazu „Finger“), die sich höchstwahrscheinlich oben und unten am Film mittlerweile gebildet haben dürften, können nun mit Hilfe eines Heißluftföns und des Rakels durch sanften Druck beseitigt werden. Erwärmt dazu die Folie vorsichtig mit dem Fön an den Stellen, wo sich die „Finger“ gebildet haben. Den Fön dabei nicht zu nah an die Folie halten und nicht zu lange an ein und derselben Stelle fönen!! Wenn sich die „Finger“ unter der Erwärmung leicht zusammenziehen, sofort (aber mit Gefühl!) den „Finger“ zum Folienrand ausrakeln.
  8. Nun sollte die Folie für die Innenmontage bereit sein. Reinigt die Heckscheibe von innen noch einmal sehr gründlich. Besprüht dann die Innenseite der Scheibe mit Eurer „Shampoo-Wasser-Lösung“. Entfernt die Schutzfolie des Films (2 Tesafilm-Streifen, welche Ihr an der Vor- und Rückseite der Folie anbringt, helfen Euch den Schutzfilm leichter von der Folie zu trennen). Besprüht den Film mit der Shampoo-Wasser-Lösung, während Ihr die Schutzfolie abzieht.
  9. Legt den Film mit der nun angefeuchteten Seite auf die Innenseite der Autoscheibe und positioniert ihn.
  10. Rakelt das Wasser zwischen Scheibe und Folie von der Mitte der Scheibe zum Folienrand heraus. Ihr könnt bereits jetzt schon erkennen, wie sich der Film an die Scheibe „zieht“. Wiederholt diesen Vorgang dreimal, bis der überwiegende Teil des Wassers zwischen Film und Scheibe entfernt ist. Um das restliche Wasser zu entfernen, umwickelt das Rakel mit einem fusselfreien Tuch und zieht das Rakel noch einmal vorsichtig über den Film. Presst dabei insbesondere den Rand des Films noch einmal fest. So, damit wäre die erste Scheibe fertig. Alle weiteren Scheiben warten schon......!


Soweit die Anleitung von Thony.


Entfernen alter Scheibenfolien

Folie und Scheibe sollten idealerweise gut erwärmt sein. Dann knibbelt euch ein Ende ab, und zieht die Folie dann in einem stumpfen Winkel vorsichtig und langsam von der Scheibe. Im Idealfall habt ihr nun die Folie an einem Stück abbekommen - mit einem Fön eventuell sogar schon ein wenig Kleber. Aber was nun?

Vergesst die Tipps aus dem Internet mit Aceton, speziellem Folienlöser oder ähnlichem, im Endeffekt müsst ihr sowieso schrubben. Besorgt euch im Baumarkt einen Packen "grobe" Stahlwolle; die kosten nicht viel, ein Paket reicht für alle Scheiben. Ihr könnt auch einen Topfschwamm benutzen - aber der ist nach den ersten 10-20cm so versaut, dass er kaum noch Kleber entfernt.

Füllt einen Eimer mit 3-4 L Wasser, gebt einen guten Schuß Spüli hinein und bringt es zum schäumen. Tränkt ein Stück der Stahlwolle hinein und beginnt, die Scheibe damit kreisförmig und mit ein wenig Druck den Kleber abzureiben. Keine Bange, die Scheibe nimmt keinerlei Schaden! Wenn ihr das Gefühl habt, dass sich kein Kleber mehr löst, schneidet euch ein neues Stück Stahlwolle ab.

Nach etwa 20 Minuten habt ihr eine Scheibe vollständig und Restlos vom Kleber und der Folie befreit. Alternativ, aber eben auch mit Schrubben verbunden, könnt ihr speziellen Klebelöser (Glastauglich) oder Nagellackentferner und einen Lappen benutzen.

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