Ladeluftkühler

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'Kleiner' LLK eines ACV

Funktion[Bearbeiten]

Ein Ladeluftkühler (LLK), manchmal auch Intercooler (englische Bezeichnung) genannt, ist meist ein Radiator, der vor dem Ansaugtrakt eines mit Hilfe eines Turboladers oder Kompressors aufgeladenen Motors gebaut ist. Durch Ladeluftkühlung können Leistung und Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors erhöht werden.
Wird die (dem Verbrennungsmotor) zugeführte Luft gekühlt, so befinden sich mehr Sauerstoffatome im Zylinder (der Füllungsgrad steigt), wodurch auch mehr Kraftstoff zur Verbrennung eingespritzt werden kann, was wiederum eine Leistungssteigerung mit sich bringt.

Klassische Ladeluftkühlungen kommen bei Aggregaten mit Turbolader zum Einsatz. Bei Verwendung eines Turboladers wird die angesaugte Luft verdichtet und unter Druck in die Zylinder befördert. Bei der (adiabaten) Kompression kommt es zu einer Temperaturerhöhung der Luft. Daher wird nach der Verdichtung oftmals ein Ladeluftkühler verbaut. Da bei höherer Temperatur und gleichem Volumen mehr Druck aufkommt, kann durch Abkühlung der Luft nach der Kompression die Luftmenge erhöht werden, die beim Ansaugen in den Zylinder gelangt, so dass auch mehr Kraftstoff pro Arbeitsspiel verbrannt werden kann. (Quellenangabe)


Beim T4 besitzen nur die TDI-Motoren mit 75 kW (z.B. ACV) und 111 kW (z.B. AHY) einen Ladeluftkühler, während der 'kleine TDI' mit dem MKB AJT und einer Leistung von 65 kW keinen hat. Dieser kann jedoch als Grundlage für eine Leistungssteigerung nachgerüstet werden. Siehe Artikel Ladeluftkühler (Nachrüstung).

Baujahr- und motorabhängig sind am LLK Geber für den Saugrohrdruck und die Saugrohrtemperatur bzw. Zapfstellen für den Saugrohrdruck verbaut.


Einbauort[Bearbeiten]

Beim großen LLK für die 111 kW-TDI-Motoren (AHY und AXG) bildet er eine Einheit mit dem Wasserkühler und sitzt in Fahrtrichtung vor dem Kühler. Er ist über je einen Luftschlauch links mit dem Turbolader und rechts (Saugrohr) mit dem Abgasrückführungsventil (AGR) verbunden.

Einbauort des großen LLK

Die Geber für Ladedruck G71 und Ladelufttemperatur G72 bzw. die Druckabnahme für G71 befinden sich hinter dem Kühler in etwa unterhalb des Behälters für die Bremsflüssigkeit.

Geber bei T4 ab MJ1999

Bei T4 vor MJ1999 ist an der Stelle nur der Geber G72 verbaut. Der Geber G71 befindet sich im MSG und ist über einen Schlauch mit dem Ausgang des LLK verbunden. Bei T4 ab MJ2000 ist ein kombinierter Temperatur- und Druckgeber (G71 und G72) verbaut.


Der kleine LLK ist oben mittig im Motorraum eingebaut. Er ist über je einen Luftschlauch links mit dem Turbolader und rechts (Saugrohr) mit dem Abgasrückführungsventil (AGR) verbunden. Seine Kühlluft bekommt er durch die mittleren Lüftungsschlitze in der Motorhaube über eine Plastik-Luftführung, die innen an der Motorhaube befestigt ist.

Einbauort des kleinen LLK

Die Geber für Ladedruck G71 und Ladelufttemperatur G72 bzw. die Druckabnahme für G71 befinden sich auf der rechten Seite des LLK-Gehäuses.

Geber bei T4 ab 1999

Bei T4 vor MJ1999 ist an der Stelle nur der Geber G72 verbaut. Der Geber G71 befindet sich im MSG und ist über einen Schlauch mit dem Ausgang des LLK verbunden. Bei T4 ab MJ2000 ist ein kombinierter Temperatur- und Druckgeber (G71 und G72) verbaut.


Ausbau[Bearbeiten]

Kleiner LLK[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Die Federbandschellen für die Luftschläuche haben eine sehr hohe Federkraft. Werden sie nach dem Lösen auf einen Schlauch geschoben und schlagartig losgelassen, können sie den Schlauch beschädigen.
  • Darauf achten, dass keine Fremdkörper in die Schläuche des Ladeluft-Systems gelangen.
  • Beim Anziehen der Befestigungsmuttern LLK-Gummimetalllager kann sich das Lager im Gummiteil verwinden. Dies stellt eine zusätzliche Belastung für das Gummi dar, das dadurch schneller verschleißen kann. Wenn möglich das Lager beim Anziehen der Muttern gegenhalten (SW17).


Werkzeuge:

  • Schrauberzieher mit ca. 2mm breiter Klinge
  • Zange für Federbandschellen VW 1921 oder Wasserpumpenzange
    Lösen der Federbandschellen mit Zange
  • Schraubenschlüssel oder Nuss SW10
  • Drehmomentschlüssel mit Einsatz SW10 für Anzugsmoment 10Nm


Arbeitsschritte:

  1. TDI-Schild oberhalb des LLK links und rechts ausclipsen und abnehmen.
    TDI-Schild ausclipsen
    Rückseite TDI-Schild
  2. Stecker vom Geber für Saugrohrdruck/-temperatur mit Schraubenzieher entriegeln und abziehen.
    Stecker G71/G72
    Stecker entriegeln und abziehen
    Alternativ vor MJ1999: Stecker vom Geber einfach per Klammern entriegeln und abziehen (grüner Pfeil) und Schlauch zum Motorsteuergerät abziehen (gelber Pfeil).
    Stecker G72 und Druckschlauch zum MSG
  3. Federbandschellen von den Schläuchen zum Abgasrückführungsventil rechts vom LLK und vom Turbolader links vom LLK mit Zange öffnen, auf den Schlauch schieben und vorsichtig wieder schließen. Alternativ Federbandschelle geöffnet halten, Schlauch abziehen und Schelle abnehmen.
    Schlauch links abziehen
    Schlauch rechts abziehen
  4. 4 Sechskantbundmuttern (M6, 10Nm, SW10) herausschrauben und LLK von den 4 Gummimetalllagern abnehmen. Beim Schrauben nicht (zu)viel Kraft aufwenden, weil die Lager offensichtlich etwas empfindlich sind und leicht reißen können. Bei größerem Widerstand zunächst etwas Rostlöser aufbringen. Das Anzugsmoment für die Muttern beträgt 10 Nm.
    4 Befestigungsschrauben herausdrehen
    Nach dem Ausbau hat man freien Blick auf das Ansaugrohr mit Abgasrückführungssystem.
    LLK ausgebaut


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf Anzugsmomente der Schrauben und Muttern achten.


Großer LLK[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Die Federbandschellen für die Luftschläuche haben eine sehr hohe Federkraft. Werden sie nach dem Lösen auf einen Schlauch geschoben und schlagartig losgelassen, können sie den Schlauch beschädigen.
  • Darauf achten, dass keine Fremdkörper in die Schläuche des Ladeluft-Systems gelangen.


Werkzeuge:

  • Diverse Schraubenzieher
  • Zange für Federbandschellen VW 1921 oder Wasserpumpenzange
    Lösen der Federbandschellen mit Zange
  • Schraubenschlüssel oder Nuss SW10
  • Drehmomentschlüssel mit Einsatz SW10 für Anzugsmoment 10Nm


Arbeitsschritte:

  1. Kühler in Wartungsstellung bringen.
  2. Schlossträger ausbauen.
  3. 2 Befestigungsgummis abnehmen, falls vorhanden.
    Befestigungsgummis
  4. Federbandschellen von den Schläuchen rechts und links vom LLK mit Zange öffnen, auf den Schlauch schieben und vorsichtig wieder schließen. Alternativ Federbandschelle geöffnet halten, Schlauch abziehen und Schelle abnehmen.
    Schläuche abziehen
    Schläuche abziehen
  5. Befestigungsschrauben für das Kühlrohr der Servolenkung herausdrehen (Sechskant, 8 Nm)
    Kühlrohr lösen
  6. Ggf. Befestigungsschrauben des Kondensators der Klimaanlage am LLK herausdrehen.
  7. Befestigungsschrauben LLK-Kühler (4 Stück? 10 Nm) herausdrehen.
  8. LLK entnehmen.


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf Anzugsmomente der Schrauben achten.


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2009)
701 145 805 A Kleiner Ladeluftkühler bis FIN 70-X-250000 (MJ1999) ca. 226 Euro
701 145 805 C Kleiner Ladeluftkühler ab FIN 70-X-250001 (MJ2000) ca. 294 Euro
037 133 567 F Gummi-Metalllager (Silentblock) für kleinen LLK (4 Stück benötigt) ca. 8,40 Euro
N 901 752 03 Sechskantbundmutter für Gummi-Metalllager M6 (8 Stück benötigt) ca. 0,40 Euro
7D0 145 805 Großer Ladeluftkühler ca. 294 Euro


Die Maße des Gummi-Metalllagers können dem nachfolgenden Bild entnommen werden.

Abmessungen des Lagers

Da der Preis für die original Gummi-Metalllager mittlerweile bei ca. 15€/Stck. liegt, bietet es sich an, ähnliche Lager z.B. von Conrad zu verbauen. An einem 98er ACV wurden die Lager mit der Teilenummer 546370 (1,65€/Stck) verbaut. Einzig die Zierblende passt nach dem Tausch nicht mehr auf den LLK, da die Gewindebolzen etwas länger als die Originalen sind

Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Der Ladeluftkühler ist nur sehr indirekt über die Geber G71 und G72 diagnosefähig.


Prüfung[Bearbeiten]

Eine Prüfung ist nur auf Dichtigkeit nach Ausbau möglich.


Störungen[Bearbeiten]

Störungen/Defekte sind sehr selten. Man sollte ab und an die Gummimetalllager überprüfen. Nach einigen 100.000 km kann sich erheblicher Verschleiß zeigen. Bei meinem ACV waren nach 210.000 km 3 Lager hinüber; im Bild links oben erkennt man ein neues Lager.

Verschlissene Lager

Am LLK kann man darüber hinaus Probleme mit dem Turbolader erkennen. Sind die Schläuche zum/vom LLK übermäßig (etwas ist normal) verölt, deutet das auf Verschleiß oder gar einen Defekt des Turboladers hin.
Bei T4 vor MJ1999 kann sich zudem der Druckschlauch LLK-Motorsteuergerät lösen.


Typische Auswirkungen einer Störung:


Typische Ursachen einer Störung:

  • Undichtigkeit des LLK
  • gelöster Druckschlauch


Nachrüstung[Bearbeiten]

Siehe Artikel Ladeluftkühler (Nachrüstung)


Quellenangabe[Bearbeiten]

Artikel Ladeluftkühler. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Februar 2007, 22:13 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ladeluftk%C3%BChler&oldid=27465004