Zündspule

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Zündspule aus einem T4 2,0er - BJ 1991

Funktion[Bearbeiten]

Die Zündspule (auch Zündtransformator oder Zündtrafo bzw. Endstufe für Zündtrafo) ist ein ein Funkeninduktor. Durch das Öffnen eines Unterbrechers im Primärkreis der Zündspule wird auf der Sekundärseite ein Hochspannung induziert. Durch das Zündkabel gelangt diese Hochspannung bzw. der Zündfunken zur Zündkerze im Zylinder, welche dann das Benzin-Luftgemisch entzündet.

Der heute in der Regel elektronisch geregelte Unterbrecher erzeugt durch einen parallel geschalteten Kondensator aus der 12V Bordspannung die benötigte Hochspannung von ca 15kV bis 30kV. Der Kondensator soll gleichzeitig auch die Funkenbildung verringern, und zusammen mit der Primärspule einen Schwingkreis erzeugen, welcher die gleiche Resonanzfrequenz wie die Sekundärspule hat - diese Schaltung optimiert die Energieübertragung von der Primär zur Sekundärseite.


Bei T4 mit 4- und 5-Zylindermotor besteht die Zündspule (in den Schaltplänen) aus der Endstufe N157 für Zündtrafo, die vom Motorsteuergerät angesteuert wird, und dem Zündtrafo N152, der - angesteuert von N157 - die Hochspannung 'erzeugt'. Die Zuordnung zu den Zylindern erfolgt durch den mechanischen Zündverteiler. Siehe dazu das nachfolgende Bild von Urs137, dass das 'Zündgeschirr' eines T4-5-Zylindermotors zeigt; die Zündspule befindet sich rechts unten im Bild.

Zündgeschirr 5-Zylindermotor

Der 6-Zylindermotor AES besitzt eine "ruhende Hochspannungsverteilung" (Zündtrafo N152) mit 3 integrierten Zündspulen und Zündungsendstufen; je eine für 2 Zündkerzen. Es wird also kein mechanischer Zündverteiler benötigt.

Beim 6-Zylindermotor AMV sind insgesamt 6 Zündspulen mit Endstufe (Zündspulen N70, N127, N291, N292, N323 und N324) direkt an den Zündkerzen verbaut, die direkt vom Motorsteuergerät angesteuert werden.

Einbauort[Bearbeiten]

Die Zündspule befindet sich bei den T4 mit 4- und 5-Zylindermotoren ab BJ1991 unmittelbar vor der Batterie. Beim 6-Zylindermotor AES ist die Hochspannungsverteilung am oberen Steuerkettenraddeckel befestigt. Beim AMV finden sich die Zündspulen direkt oberhalb der Zündkerzen.

Einbauort 4- und 5-Zylindermotor
Einbauort 6-Zylindermotor AES


Ausbau[Bearbeiten]

4- und 5-Zylindermotoren
Die Zündspule wird von zwei Schrauben gesichert und ist mit einem 3 poligem Stecker und der Zündleitung, die zum Zündverteiler führt, verbunden. Diese Steckverbindungen müssen vorher getrennt werden. Das Aus- und vor allem das Einschrauben der 2 Schrauben gestaltet sich nicht so einfach, da die Schraubenköpfe schlecht zugänglich sind. Eine Verlängerungsstange mit Gelenk für den Vielzahneinsatz kann dabei helfen.


6-Zylindermotoren
Vergleichbares gilt für diese Motoren. Stecker trennen, 2 Innensechskantschrauben M6x70 (10 Nm) mit Unterlegscheibe lösen und Hochspannungsverteilung abnehmen.

Befestigungsschrauben

Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2010)
701 905 104 A Zündtransformator 4-Zylindermotor PD ca. 176 Euro
6N0 905 104 Zündtransformator 4- und 5-Zylindermotoren ca. 137 Euro
021 905 106 Zündtransformator 6-Zylindermotor AES ca. 340 Euro
022 905 100 J Zündspule 6-Zylindermotor AMV (je Zylinder)) ca. 37,20 Euro


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Nachfolgend ist das Schaltbild für die 4-Zylindermotoren dargestellt. Das der 5-Zylindermotoren unterscheidet sich lediglich durch die 5. Zündkerze.

Schaltbild (hier: 4-Zylindermotor

Die Hochspannung für die Zündanlage wird - vom Motorsteuergerät angesteuert - von der Endstufe N157 (Zündtrafo) und dem Zündtrafo N152 'erzeugt' und vom Zündverteiler auf die Zündkerzen verteilt.


Beim 6-Zylindermotor AES sieht das dann so aus:

Schaltbild 6-Zylindermotor AES


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Die Zündspule ist nicht diagnosefähig.


Prüfung[Bearbeiten]

Die Prüfung erfolgt durch eine Sichtprüfung, eine ohmische Prüfung (Widerstandsmessung) und Spannungsversorgungsprüfung.

Achtung! Die Zündspule erzeugt eine Hochspannung von ca 15kV bis 30kV. Arbeiten an der Zündspule bzw. Zündanlage sind also lebensgefährlich, insbesondere für Träger eines Herzschrittmachers. Entsprechende Bauteile dürfen also nur bei ausgeschalteter Zündung berührt werden!


Sichtprüfung

  • auf kleine Haarrisse, oder sonstige Gehäusebeschädigungen
  • auf korrodierte oder lose Kontakte


Widerstandsprüfung

  • Primärwiderstand zwischen den Klemmen 1 + 15
    • 0,5 - 0,7 Ohm
  • Sekundärwiderstand zwischen den Klemmen 1 + 4 (Hauptzündkabel)
    • 3 kOhm - 4 kOhm

Achtung: Messwerte können abweichen. Diese beziehen sich auf die Original verbaute VW TE1.


Kontakte an der Zündspule


Spannungsversorgung

  • Klemme 15 + Masse
    • mindestens 11V (bei eingeschalteter Zündung)


Zündfunke

Es kann auch noch alternativ eine Zündfunkenkontrolle durchgeführt werden. Dazu das Hauptzündkabel aus der Verteilerkappe ziehen, und mit einer isolierten Zange bei eingeschalteter Zündung gegen Masse halten. Aus einer Entfernung von ca. 1 cm muss ein Zündfunke sichtbar sein.

Störungen[Bearbeiten]

Typische Störungen sind defekte Wicklungen in der Zündspule, durch Kurzschluss oder Unterbrechung. Im Regelfall ist eine Zündspule ein wartungsfreies Bauteil und daher selten fehlerbehaftet.


Typische Auswirkungen:

  • Motor springt nicht an
  • Motor läuft "unrund" und/oder ohne Leistung
  • Motor fällt während der Fahrt komplett aus (typischerweise bei Regen, wenn Nässe in die Zündspule dringt)

Startversuche sind bei einer defekt vermuteten Zündspule einzustellen, da durch die vielen Startvorgänge der Anlasser kaputt gestartet werden kann!
Fällt die Zündspule während der Fahrt aus, kann durch den unverbrannten Kraftstoff der Katalysator beschädigt bzw. komplett zerstört werden.