Motortuning (ABL)

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Die nachfolgenden Informationen und Bilder wurden dankenswerterweise von Philipp_T4 zur Verfügung gestellt, der seinen 1995er ABL so getunt hat. Originaltitel: Der 1,9TD ABL Tuning Guide. Der Artikel enthält auch eigene Ergänzungen und Hinweise.


Hinweise:
Der ABL ist ein 4-Zylinder-Turbodieselmotor, der im Serienzustand als standfest gilt. Eine nennenswerte Leistungssteigerung (bis in die Größenordnung von 100 PS) wird er aber nur dann dauerhaft überleben, wenn der Motor nicht thermisch überbelastet wird. Daher sollte grundsätzlich ein Ölkühler und, was auch aus Leistungsgründen sinnvoll ist, ein Ladeluftkühler verbaut werden. Empfehlenswert sind zudem zusätzliche Instrumente (Öltemperatur, Ladedruckanzeige), mit denen der Betriebszustand des Motors aussagekräftiger überwacht werden kann.

Bevor ihr bei eurem ABL-Motor über Tuning nachdenkt, geht bitte sicher, dass ihr die richtige Zentralschraube verbaut habt! Anfangs wurden diese Schrauben mit einer Festigkeit von 8.8 und teilweise 10.9 verbaut. Diese reißen oftmals und es droht ein Motorschaden. Also sollte diese Schraube gegen eine mit einer Festigkeit von 12.9 aus den späteren Modelljahren getauscht werden. Die Teilenummer der 12.9er Schraube lautet: N 905 771 01 (kostet ca. 1,50€) und kann mit etwas Geschick selbst gewechselt werden.


Abgasrückführung[Bearbeiten]

AGR verschließen, was bringt's?
Wenn ihr die Möglichkeit habt, mal in die Ansaugbrücke zu schauen, wisst ihr was es bringt! Die ist (vor allem bei älteren Fahrzeugen) total mit Ruß zugesetzt, was zu einer Verringerung des Ansaugquerschnittes führt und daraus resultiert natürlich Leistungsverlust. Also, am Besten die Ansaugbrücke abnehmen und reinigen, danach die Abgasrückführung mit einem solchen V2A-Blättchen verschließen.

Weitere Hintergründe und eine Anleitung dazu finden sich im Artikel Abgasrückführungsanlage_(Stilllegung)


Ladeluftkühler[Bearbeiten]

Grundsätzlich lassen sich der Ladeluftkühler (LLK) aus dem 75 kW-TDI ACV (kleiner LLK) und der große LLK aus dem 111 kW-TDI AHY/AXG nachrüsten. In diesem Artikel wird der Einbau des kleinen LLK beschrieben.

Ein größeres Problem dabei ist, dass das Öleinfüllrohr im Weg ist:

Einbauort Öleinfüllrohr

Dieses Problem kann durch Absägen und Verlegen mittels z.B. Silikonschläuchen oder - wie hier - durch Einbau eines Ventildeckels aus dem VW-Motor AAZ gelöst werden. Der AAZ-Ventildeckel besitzt statt des Öleinfüllrohrs nur einen flachen Verschluss und läßt sich ohne Modifikationen in kurzer Zeit statt des Originaldeckels verbauen. Für das Einfüllen des Motoröls wird man in der Regel allerdings zukünftig einen (flexiblen) Trichter benötigen.

Öleinfüllöffnung mit Deckel beim AAZ


Benötigte Teile:
Hier einmal die Liste mit den Teilen die benötigt werden:


Hinweise:

  • Falls euer T4 vor MJ1996 ist, sind die Bolzen für den oberen LLK-Halter wahrscheinlich nicht vorhanden. Ihr müsst den LLK dann an dem unteren Halter befestigen, den oberen Halter auch an dem LLK befestigen und alles in die richtige Position bringen. Danach möglichst genau anzeichnen, wo die Löcher hin müssen und dann mit einem 6 mm-Bohrer die Löcher bohren. Dann noch etwas Rostschutz auftragen und den oberen Halter mit M6x18-Schrauben befestigen.
  • Um den Druckverlust durch den LLK wieder auszugleichen, muss das Wastegateventil an den Stutzen an der Ansaugbrücke (1) angeschlossen werden. Dazu sollte man den 4 mm-Schlauch nehmen. Den Ausgang am Turbolader (2) kann man mit der Gummikappe verschließen, die man zuvor an dem Stutzen abgemacht hat. Wenn man vor hat, ein Dampfrad einzubauen, um den Ladedruck zu erhöhen, wird dieses zwischen diesen Schlauch gesteckt.
    Ladedruckschläuche


Arbeitsschritte:

  1. Schläuche konfektionieren und einbauen:
    1. Hier könnt ihr den Schlauch der vom Turbolader zum LLK geht sehen.
      Schläuche konfektionieren
    2. Hier der Schlauch, der vom LLK zur Ansaugbrücke geht. Ist aber noch nicht die ideale Lösung, da muss ich demnächst noch mal ran. Benutzt habe ich hier wieder den Silikonschlauch, den originalen ABL-Ladeluftschlauch und nochmal einen aus dem VW-Müllcontainer.
      Schläuche konfektionieren
    3. Fertig montierte Schläuche:
      Schläuche eingebaut
  2. Ladeluftkühler einbauen; siehe auch Artikel Ladeluftkühler.
    Ich habe auf den Rand vom LLK noch Dichtband für Fenstersimse angebracht (ziemlich klebriger Schaumstoff und auf einer Seite selbstklebend). Das Ganze hat den Zweck, dass der Spalt zwischen LLK und dem Luftleitblech dichtgemacht wird und nicht die Hälfte der Luft nebendran vorbei strömt.
    LLK eingebaut
  3. Luftführung zum LLK einbauen.
    Die Luftführung musste ich an der linken Seite etwas modifizieren, hat sonst nicht genau in die Öffnung gepasst.
    Luftführung
    Luftführung eingebaut


Ladedruck[Bearbeiten]

Die Leistungssteigerung wird beim ABL im Wesentlichen durch eine Erhöhung des Ladedrucks von den ab Werk eingestellten ca. 0,6 bis 0,83 bar auf bis zu 1,0 bar erreicht. Dies muss allerdings mit einer zumindest leichten Erhöhung der Einspritzmenge einher gehen.

Ladedruckanzeige[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Eine Ladedruckanzeige (LDA) ist nicht zwingend erforderlich. Ohne entsprechende Messgeräte ist sie aber das einzige Mittel zur Einstellung eines höheren Ladedrucks.
  • Sie muss am Ausgang des Ladeluftkühlers angeschlossen werden.
  • Ladedruckanzeigen gibt es in hunderten Variationen. Sucht euch die aus, die euch am Besten gefällt. Was ich nicht unbedingt empfehlen kann, sind welche mit verspiegelten Gläsern, diese kann man bei Sonneneinstrahlung nur ziemlich schlecht ablesen.


Arbeitsschritte:

  1. Schlauch für LDA befestigen. Ich habe den Schlauch der LDA auf den freien Nippel am Ladeluftkühler gesteckt; ist der alte LLK bis MJ1999. Tipps zum Anschluss an den neueren LLK ab MJ2000 finden sich im Artikel Ladedruck_(Anzeige).
    Schlauchanschluss für LDA
  2. Schlauch in den Innenraum führen. Die Gummikappe von dem Loch kann man einfach abziehen und dann mit einem Schraubenzieher die Schaumstoffdämmung durchstoßen. Der Schlauch kommt dann rechts vom Gaspedal raus und von hier kann man ihn dorthin verlegen, wo die Ladedruckanzeige sitzen soll.
    Schlauchdurchführung für LDA


Ladedruck erhöhen[Bearbeiten]

Hinweise:

Die oft zu lesende Modifikation am Wastegategestänge ist auf keinen Fall zu empfehlen! Damit kann der Lader zerstört werden!

Material:
Ich habe mich für ein manuelles Dampfrad entschieden. Ist meiner Meinung nach besser als den Ladedruck über das Gestänge am Turbo zu verstellen und kann bei Bedarf schnell zurückgerüstet werden. Das Dampfrad habe ich für knapp 30€ bei eBay gekauft. Dazu braucht man noch ca. 2m Schlauch mit den Maßen 6x1,5 mm (z.B. aus dem Bauhaus, 0,60€ pro Meter).


Arbeitsschritte:

  1. Schläuche für Dampfrad vom Saugrohr und zum Ladedruckregelventil verlegen.
    Schläuche für Dampfrad
  2. Dampfrad an die Schläuche anschließen und befestigen.
    Ich habe das Dampfrad im Motorraum (an der Plastikwand neben der Batterie) verbaut, da ich es nicht im Innenraum haben wollte.
    Schläuche für Dampfrad
    Eingebautes Dampfrad
  3. Dampfrad auf den gewünschten Ladedruck einstellen. 1 bar sollte nicht überschritten werden.

Einspritzpumpe anpassen[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Eine Erhöhung des Ladedrucks führt nur dann zur gewünschten Leistungssteigerung, wenn gleichzeitig die Einspritzmenge angepasst wird.
  • Hierzu bieten sich grundsätzlich 2 Möglichkeiten an:
    • Modifikation der vorhandenen Einspritzpumpe (ESP), die hier beschrieben ist, oder
    • Einbau einer ESP mit Ladedruckanpassung zur automatischen Einspritzmengenanhebung wie sie zum Beispiel beim Passat oder Golf 3 verbaut wurde (z.B. AAZ, wozu nur die ESP-Halterung ein wenig modifiziert werden muss); möglicherweise genügt es, nur den Pumpendeckel zu nutzen. Mit einer solchen ESP-Modifikation läßt sich die Leistung noch weiter steigern; bis 120 PS sollen möglich sein.
  • Der Einbau modifizierter Einspritzdüsen ist nicht erforderlich.
  • Die hier beschriebene Anhebung der Einspritzmenge ist nicht trivial, und man kann sich durchaus die ESP bzw. den Motor ruinieren. Verläßliche Richtwerte gibt es nicht, sodass mit Fingerspitzengefühl getestet werden muss. In der Regel ist es zudem erforderlich abschließend die sonstigen Parameter (Leerlauf, Förderbeginn...) zu kontrollieren und ggf. anzupassen.
  • Die Mengenschraube ist mit einer Mutter gekontert. Zum Drehen der Schraube muss diese Mutter natürlich gelöst werden. Dabei die Mengenschraube mit Schraubendreher fixieren, damit sie sich nicht unbeabsichtigt verstellt.


Arbeitsschritte:

  1. ESP freilegen. Als erstes sollte man den Kühler in Wartungsstellung bringen, also nach vorne klappen, und ggf. den LLK ausbauen, falls er im Weg sein sollte. Jetzt hat man freie Sicht auf die Einspritzpumpe, was dann so aussehen sollte:
    Einspritzpumpe
    Die Schraube beim Pfeil ist die Mengenschraube. Der Pfeil zeigt genau auf die Metallhülse (Blechsicherung), die weggebrochen werden muss, um die Schraube weit genug reindrehen zu können.
  2. Jetzt kann man die Mengenschraube ca. eine 3/4 Umdrehung (Achtung, nur ein Anhaltspunkt, den genauen Wert muss man selbst in Erfahrung bringen!!) reinrehen. Mir wurde gesagt, soweit drehen, bis er bei Standgas leicht anfängt zu rußen und dann eine 1/8 Umdrehung zurück. Bei mir war es allerdings so, dass er nicht angefangen hat zu rußen (selbst bei einer ganzen Umdrehung), aber das Standgas bei über 1200 war und man es auch über die Standgasschraube nicht mehr runter bekommen hat. Also hier ist Testen angesagt!
  3. Nach einer Verstellung grundsätzlich Motor warmlaufen lassen und Leerlauf- und Abregeldrehzahl prüfen.


Ölkühler[Bearbeiten]

Siehe Artikel Ölkühler.