Ventil N71 (Leerlaufstabilisierung)

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N71 (Golf)

Funktion[Bearbeiten]

Das Ventil N71 (Leerlaufstabilisierung (LSV, auch Leerlaufstabilisierungsventil, Leerlaufregelventil oder Zigarre) stabilisiert bei geschlossener Drosselklappe durch Anpassung des Luftmassendurchsatzes an die momentane Motorbelastung die Leerlaufdrehzahl auf den vom Motorsteuergerät (MSG) vorgegebenen Wert. Es sitzt im Drosselklappen-Bypass (Luftnebenkanal) und wirkt wie eine 'variable Bypass-Schraube'.

Funktionsprinzip N71

Durch höhere Motorlast im Leerlauf beim Einschalten zusätzlicher Verbraucher (z.B. Klimaanlage, Servolenkung) kann die Leerlaufdrehzahl stark absinken. Um dies zu vermeiden, regelt das Steuergerät das Leerlaufstabilisierungsventil so, dass der Luftdurchsatz zum Motor über den Drosselklappen-Bypass erhöht wird. Dies bewirkt dann gleichzeitig eine erhöhte Kraftstoffzufuhr, wodurch die Drehzahl angehoben wird.

Das Ventil ist wohl auch im T4 als Hubkolbensteller ausgeführt. Ein Anker ist über eine Achse mit einem Hubkolben verbunden, der den Öffnungsquerschnitt des Ventils verändert. Eine per Pulsweitenmodulation angesteuerte Spule bewegt den Anker und damit den Kolben. Dabei sorgt eine Rückstellfeder dafür, dass der Kolben immer Richtung niedrigstem Öffnungsquerschnitt gedrückt wird. Diese Rückstellfeder ist der Grund dafür, dass das Leerlaufstabilisierungsventil während des Betriebes leicht vibriert.
Der Strom durch die Spule variiert im Bereich von ca. 400 mA (kleinster Öffnungsquerschnitt) und ca. 1200 mA (größter Öffnungsquerschnitt).


Das Leerlaufstabilisierungsventil ist bei allen T4 mit Digifant-Benzinmotor verbaut. Dies sind AAC, AAF und ACU.


Einbauort[Bearbeiten]

Das nachfolgende Bild von Sequal zeigt den Einbauort exemplarisch bei einem AAC.

Einbauort (AAC)


Ausbau[Bearbeiten]

Das LSV ist bei allen Motor in eine am Sammelsaugrohr montierten Gummistütze gesteckt. Nach Lösen der Schlauchanschlüsse und der Steckerverbindung kann es abgenommen werden. Bei den 4-Zylindermotoren ist ein Anschluss mit einem Dichtungsstück in das Sammelsaugrohr gesteckt.


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2007)
037 906 457 C Steuerventil für Leerlaufstabilisierung (alle) ca. 284,50 Euro
048 133 455 Steuerventil für Leerlaufstabilisierung VDO (AAC ab MJ1996) ca. 147 Euro


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Das LSV ist bei allen Baujahren mit dem Motorsteuergerät (Digifant) und Zündungsplus (Kl.15) verbunden. Es wird also immer dann angesteuert, wenn die Zündung eingeschaltet ist.

Schaltbild N71


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Das Ventil N71 ist nicht diagnosefähig; es werden keine Fehler im Fehlerspeicher abgespeichert. Jedoch kann es über die Stellglieddiagnose rudimentär geprüft werden: es muss während der Stellglieddiagnose klicken.


Prüfung[Bearbeiten]

Die Prüfung erfolgt durch Messen des Innenwiderstandes und der Stromaufnahme des Ventils.

Prüfvoraussetzungen:

  • korrekte Leerlaufeinstellung
  • Motortemperatur mindestens 80°C
  • alle nicht benötigten elektrischen Verbraucher und Klimaanlage ausgeschaltet (geringste Motorbelastung)
  • Lenkung in Geradeaus-Stellung (bei Servolenkung)


Prüfablauf:

  1. Zündung ausschalten.
  2. Stecker abziehen und Innenwiderstand messen; Sollwert: 2 bis 10 Ohm.
  3. Zündung einschalten. Das Ventil muss vibrieren und summen.
  4. Motor anlassen.
    1. Leerlaufdrehzahl prüfen. Sollwert: 800 ± 25 U/min.
    2. Steuerstrom messen. Sollwert: ca. 420 ± 30 mA (bis 03.93) bzw. ca. 500 - 600 mA (ab 04.93), leichte Schwankungen sind zulässig.
    3. Stecker vom Geber G62 (Kühlmitteltemperatur) abziehen und Steuerstrom erneut messen. Es müssen die gleichen Sollwerte erreicht werden.


Achtung: Sollte der Motor beim Ziehen des Steckers vom Geber G62 (Kühlmitteltemperatur) ausgehen, zunächst die Zündung ausschalten. Dann vor dem erneuten Anlassen den Stecker wieder aufstecken, weil sonst das Steuergerät in den Notlauf geht und eine aussagekräftige Prüfung nicht mehr möglich ist.


Störungen[Bearbeiten]

Das Ventil verdreckt relativ leicht und steuert dann den Luftdurchsatz nicht mehr korrekt. Meist läßt sich die Funktionfähigkeit durch eine Reinigung (z.B. mit Vergaser- oder Bremsenreiniger) wiederherstellen. Nach dem Reinigen ggf. mit Graphit-Öl o.ä. etwas schmieren. Die "Dauerschmierung" übernimmt der Ölnebel aus dem Motor.

Typische Auswirkungen einer Störung:

  • instabiler Leerlauf
  • Motor geht im Leerlauf beim Einschalter größerer Verbraucher aus
  • Startprobleme bei kaltem Motor

Typische Ursachen einer Störung:

  • Defekt des Ventils oder seiner Verkabelung
  • Dreckansammlung im Ventil