Geber G33 (Scheibenwaschwasserstand)

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G33 mit Dichtung

Funktion[Bearbeiten]

Der Geber G33 für Scheibenwaschwasserstand überwacht den Wasserstand im Scheibenwaschwasserbehälter und meldet den Zustand (leer oder voll) an das Kombiinstrument (KI). Es handelt sich lediglich um 2 Metallkontakte in einem Plastikgehäuse, zwischen denen über das leitfähige Wasser ein Messstrom fließen kann, der vom KI nach dessen Initialisierung vor Fahrtantritt ausgewertet wird. Dadurch werden falsch-positive Warnungen durch hin und her schwappendes Wischwasser verhindert.
Voraussetzung für die Funktion ist, dass das Wischwasser leitend ist. Wer den Behälter immer mit destilliertem Wasser befüllt, wird den Geber also nicht nutzen können ;-)

Der Geber wurde wahrscheinlich nie im T4 verbaut. Er wird aber hier aufgeführt, weil er sich leicht nachrüsten und zur Zusammenarbeit mit einem T4-Kombiinstrument (ab MJ1999 (?)) 'überreden' lässt.

Er unterscheidet sich erheblich vom Geber G33 (Wasserstand Frischwasser) in den T4-Wohnmobilmodellen.

Einbauort[Bearbeiten]

Der Geber ist in den unteren Bereich des Flüssigkeitsbehälters der Scheibenwaschanlage eingesetzt.


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Das Bild zeigt ein Schaltbild für den VW Sharan ab MJ 2000

Alle Anschlüsse sind beim Sharan mit dem Kombiinstrument verbunden. Im T4 wird ein Kontakt mit dem grünen Stecker des KI (Kontakt 6), der andere mit Masse verbunden.

Kabelfarben (Sharan):

Kontakt Farbe Schaltung
1 br/ws KI
2 ge/sw KI


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2006)
7M0 919 376 Wasserstandsschalter ca. 6,50 Euro
7M0 919 382 Dichtring ca. 1,50 Euro
1J0 973 202 Flachkontaktgehäuse ca. 5 Euro
000 979 133 Einzelleitung 1qmm (ev. auch 000 979 225) ca. 1,10 Euro


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Der Geber ist nicht diagnosefähig. Möglicherweise lässt sich aber der Füllzustand (leer oder voll) über das Steuergerät des Kombiinstruments auslesen.

Prüfung[Bearbeiten]

Aufgrund der einfachen Konstruktion ist nur eine optische Kontrolle des Gebers (Beschädigungen) sinnvoll.

Störungen[Bearbeiten]

Typische Auswirkungen einer Störung:

  • Falsche Anzeige/Warnung


Typische Ursachen einer Störung:


Nachrüstung[Bearbeiten]

Für eine Nachrüstung muss der Flüssigkeitsbehälter der Scheibenwaschanlage ausgebaut, in diese ein Loch für den Geber mit Dichtung gebohrt und der Geber mit dem KI verbunden werden. Das KI muss zum Abschluss neu codiert werden.

Mechanische Arbeiten[Bearbeiten]

Der Ausbau des Flüssigkeitsbehälters ist unter Scheibenwaschanlage beschrieben.

In den ausgebauten Behälter wird nun ein Loch mit einem Durchmesser von 26 mm gebohrt. Dieses Loch muss je nach Qualität der Gummidichtung zum Einsetzen des Gebers noch leicht erweitert werden. Es sollte auf der Vorderseite (in Richtung T4-Front) gebohrt werden, wobei die Lage weitgehend frei wählbar ist. Aufgrund der leichten Wölbung empfiehlt sich jedoch eine Loch im mittleren Bereich des Behälters. Die vertikale Lage des Lochs bestimmt, ab welchem Füllstand die Warnung erfolgt.
In dieses Loch wird nun zunächst die Dichtung sauber eingesetzt und danach der Geber eingesteckt (Kontakte waagerecht); Gleitmittel hilft. Das Ganze 'fühlt' sich nicht besonders stabil an, ist aber dennoch eine dauerhafte Lösung.

Bohrung im Behälter
Dichtung eingesetzt
Geber eingesetzt

Den Geber kann man über das o.a. Flachkontaktgehäuse mit Einzelleitungen anschliessen. Nicht zuletzt wegen des hohen Preises habe ich die Kabel über normale Flachsteckkontakte (2,8 mm) angeschlossen und dann mit Heisskleber im Gehäuse des Gebers 'vergossen'. Sie werden in meinem Fall dann über einen 2-fach-Stecker mit einem eigenen Geber-/Schalter-Kabelbaum verbunden.


Elektrik[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Die Arbeitsschritte sind für das neue Kombiinstrument ab MJ1999 beschrieben.
  • Ein Kontakt des Gebers wird mit Masse verbunden. Dies kann in der Nähe des Behälters an einem geeigneten Massepunkt oder eben an der Zentralelektrik erfolgen.
  • Der andere Kontakt wird mit dem entsprechenden Eingang des Kombiinstruments verbunden: Pin 6 des grünen 32-fach-Steckers.
  • Wird die Zündung bei getrenntem grünen Stecker eingeschaltet, werden bei T4 mit CAN-Bus Fehler im den Fehlerspeichern des Kombiinstruments und des Motorsteuergerätes abgelegt, weil die CAN-Bus-Kommunnikation unterbrochen war.
  • Achtung: Trotz Codierbarkeit des Kombiinstruments ist die Funktionsfähigkeit nicht gewährleistet. Es gibt - wahrscheinlich ausstattungs- und/oder baujahrabhängig - T4-Modelle, bei denen es nicht funktioniert, weil der o.a. Pin 6 nicht mit der Elektronik des Kombiinstruments verbunden. Ein Beispiel ist ein 1999er TDI mit Automatikgetriebe. Bei einem ACV-TDI mit CAN-Bus funktioniert es einwandfrei. Dieses lässt sich jedoch vor Einbau des Gebers testen wenn man das Kombiinstrument ausgebaut hat. Man legt hierfür den Pin 6 des grünen Steckers auf Masse und codiert die Waschwasserwarnung ein. Normalerweise sollte dann beim einschalten der Zündung die Lampe kurz aufleuchten und dann erlöschen. Bleibt sie jedoch an und es piept, dann ist das Kombiinstrument hierfür nicht geeignet.


Werkzeug:

  • Normaler Schraubenzieher
  • Spitze Schere
  • Kabelbinder und Isolier-/Gewebeband


Arbeitsschritte:

  1. Kombiinstrument zumindest teilweise ausbauen, um Zugang zum grünen Stecker zu bekommen.
  2. Grünen Stecker mit dem Verriegelungsbügel herausdrücken.
    Stecker herausnehmen
  3. Kabelbinder abnehmen, Verriegelung an der Seite nach unten schieben und das Steckerinnenleben nach dem Entriegeln links und rechts unten aus dem Gehäuse ziehen.
    Verriegelung nach unten schieben
    Innenleben herausziehen
  4. Kabel (nicht abisoliert!) in die richtige Kammer 6 legen und mit einem Schraubenzieher reindrücken, damit der Kontakt hergestellt werden kann.
    Kabel ergänzen
  5. Stecker wieder zusammenbauen, Kabelbinder anbringen und das ergänzte Kabel am Kabelbaum befestigen.
    Ergänztes Kabel
  6. Kombiinstrument codieren.
  7. Anzeige testen:
    1. 2. Kabel (für Masseanschluss) von Masse trennen, falls schon verbunden.
    2. Zündung einschalten. Die Wischwasser-Warnung sollte nun eingeschaltet sein:
      Aktivierte Wischwasser-Warnung
    3. Zündung ausschalten.
    4. 2. Kabel mit Masse verbinden.
    5. Zündung einschalten. Die Wischwasser-Warnung sollte nun ausgeschaltet sein.
  8. Kombiinstrument einbauen.
  9. Ggf. Fehlerspeicher löschen.

Codierung[Bearbeiten]

Zur Nutzung des Signals muss das KI neu codiert werden. Dies erfolgt in Funktion 7 (Steuergerät codieren); relevant sind die Stellen 1 und 2 der 5-stelligen Codierzahl, die die Mehrausstattungen definieren.

Empfehlenswert ist, zunächst die Codierzahl auszulesen (z.B. 01152). Zu der durch die ersten beiden Stellen gebildeten Zahl (01) addiert man nun 4 für die Waschwasserwarnung (-> 05) und gibt die Codierzahl mit unveränderten Stellen 3 bis 5 wieder ein (05152) und speichert diese ab.

Die Wischwasserwarnung ist nun aktiviert. Und bei entsprechend ausgestattetem KI 'erfreut' einem dann die folgende Anzeige:

Anzeige


Notlösung[Bearbeiten]

Wer kein für die Waschwasserwarnung codierbares Kombiinstrument besitzt, kann den Geber mit einer geeigneten Auswerteschaltung trotzdem nutzen.

Dabei darf der Geber jedoch nicht mit einer konstanten Spannung oberhalb der Zersetzungsspannung betrieben werden, weil es sonst zu einer Elektrolyse kommt. Die Folge ist dann dies:

Durch Elektrolyse zerstörter Geber

Ein Kontakt des Gebers hat sich innerhalb ca. 1,5 Jahren aufgelöst. Das KI prüft nur kurz nach der eigenen Initialisierung den Waschwasserstand mit ca. 3V für weniger als eine Sekunde. Deshalb zersetzt sich der Geber in der Orginalanordnung nicht :-). Um den Geber zu schonen, empfiehlt es sich, den Geber nur kurz zum Fahrtantritt mit einer niedrigen Spannung und kleinem Strom auszulesen.